Halle

Grand Auditoire du Télé-Luxembourg

Moderation

Josiane Shen

Wertung

10 Juror*innen pro Land – Punkte für die TOP 3

Teilnehmer

18 Länder

Sieger

Österreich

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
Italien
Italien Domenico Modugno Dio come ti amo
14 0.
9. Österreich
Österreich Udo Jürgens Merci chérie
31 1.
10. Schweden
Schweden Lill Lindfors & Svante Thuresson Nygammal vals – eller hip man svinaherde
16 2.
6. Norwegen
Norwegen ? se Kleveland Intet er nytt under solen
15 3.
6. Belgien
Belgien Tonia Un peu de poivre, un peu de sel
14 4.
Schweiz
Schweiz Madeleine Pascal Ne vois-tu pas
12 6.
5. 🇯🇬
Jugoslawien Berta Ambroz Brez besed
9 7.
Luxemburg
Luxemburg Michèle Torr Ce soir je t'attendais
4 7.
Finnland
Finnland Ann-Christine Nystroem Play-Boy
7 7.
Spanien
Spanien Raphael Yo soy aquel
11 9.
8. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Kenneth McKellar A Man Without Love
18 9.
1. Deutschland
Deutschland Margot Eskens DIe Zeiger der Uhr
7 10.
6. Portugal
Portugal Madalena Iglesias Ele e ela
8 13.
Irland
Irland Dickie Rock Come Back To Stay
17 14.
2. Dänemark
Dänemark Ulla Pia Stop, ja stop – ja stop, mens legen er go
4 14.
2. Niederlande
Niederlande Milly Scott Fernando en Philippo
16 15.
1. Frankreich
Frankreich Dominique Walter Chez nous
15 16.
0. Monaco
Monaco Tereza Bien plus fort
13 17.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Josiane Shen moderierte den 11. Eurovision Song Contest in Luxemburg auf Französisch. Sie war in den 1960er Jahren eine Moderatorin bei RTL.

Das Regelwerk wurde insofern verändert, als Musikexperten in den nationalen Jurys vertreten sein durften. Außerdem mussten die Lieder nun in einer offiziellen Landessprache gesungen werden.

FAZIT

Die Perspektiven für kommerzielle Titel verbesserten sich nach dem Sieg von France Gall enorm: Sie wurden konkurrenzfähig und mussten sich nicht mehr mit guten Platzierungen zufrieden geben. Die musikalische Angebotspalette wurde dadurch vielseitiger und der Stellenwert des Wettbewerbs ein bisschen angehoben. Um so erstaunlicher war die Tatsache, dass von den 18 gemeldeten Beiträgen für das Finale des Song Contests 1966 in Luxemburg die meisten noch den traditionellen Klischees des Grand Prix Eurovision entsprachen.

Margot Eskens durfte als Erste auf die Bühne. Die in Düren geborene Interpretin gehörte seit Mitte der 1950er Jahre zu den etablierten Schlagersängerinnen Deutschlands. Dank ihrer großen Erfolge wurde sie von den Verantwortlichen des deutschen Fernsehens für den Song Contest 1966 nominiert. „Die Zeiger der Uhr“ als Symbol für den Verlauf des Lebens war eine traurige Ballade über das Leiden einer Frau durch die Erinnerungen an ihren Geliebten. Bekanntlich hatten die Juroren aber kein Mitleid mit verlassenen Frauen und gebrochenen Herzen und setzten diesen Beitrag auf den 10. Rang, gemeinsam mit der für Luxemburg startenden Französin Michèle Torr, die den ganzen Abend umsonst auf ihren Geliebten warten wollte („Çe soir je t´attendais“ – Heute Abend habe ich auf dich gewartet) – und gemeinsam mit der finnischen Interpretin Ann–Christine Nystroem, die auf ganz witzige Art und Weise ein Lied über einen Playboy vortrug. Dieser Song stammte von Ossi Runne, der anschließend bis 1989 als Dirigent für Finnland am Pult stand.

Die Tanzeinlage des dänischen Titels wurde auch nur mit dem vierzehnten Platz belohnt. Das Lied mochte zwar sehr fröhlich sein, aber das Tanzpaar, das die Sängerin Ulla Pia begleitete, wirkte im Vergleich zu den damaligen Standards sehr amateurhaft. Nach dieser Teilnahme kehrte das dänische Fernsehen dem Song Contest den Rücken. Erst 1978 nahmen die Dänen wieder teil.

Die belgische Sängerin Tonia versuchte mit ein bisschen Pfeffer und ein bisschen Salz („Un peu de poivre, un peu de sel“) den ersten Sieg für Belgien zu erringen. Dieser Titel war allerdings der einzige, der sich an den Qualitäten des Siegertitels des Vorjahres messen konnte. Fetzig, fröhlich und rhythmisch. Es reichte jedoch nur zum vierten Platz, der aber bis 1978 die beste Platzierung des Landes darstellte. Tonia nahm 1973 an der deutschen Vorentscheidung teil. Ihr Titel „Sebastian“ wurde von Gitte nur ganz knapp geschlagen.

„Nichts Neues unter der Sonne“ („Intet er nytt under solen“) hieß der Titel des norwegischen Königreichs. Der anspruchsvollste Titel des Abends, vorgetragen von der jungen Sängerin ? se Kleveland, Kultusministerin ihres Landes in den 1990er Jahren und ESC-Moderatorin 1986. Es war ein melancholisches Lied, das durch die tiefe Stimme und Ausdrucksstärke seiner Interpretin noch mehr an Gewicht gewann und auf dem dritten Platz landete. Dies sollte bis 1985 die beste Platzierung eines norwegischen Beitrags werden.

Chancenlos auf die vorderen Plätze waren Madalena Iglesias aus Portugal wie auch Tereza aus Monaco, Milly Scott mit ihren beiden Gitarristen aus den Niederlanden und Dominique Walter aus Frankreich. Auch für Lill Lindfors & Svante Thuresson aus Schweden schien es aussichtslos zu sein. Dank einer denkwürdigen Wertung landeten sie mit dem jazzigen Lied „Nygammal vals“ – ein Lied über eine Schweineherde – auf dem zweiten Platz. Lill Lindfors wurde im gleichen Jahr Fünfte bei den deutschen Schlagerfestspielen mit dem Titel „Es könnte Liebe sein“.

Domenico Modugno aus Italien nahm bereits zum dritten Mal teil, und er sorgte für Aufregung, als er mit sofortiger Abreise drohte, weil das Neuarrangement seines Songs „Dio, come ti amo“ für regelwidrig erklärt wurde. Der Vorfall ereignete sich während der Generalprobe. Es bleibt noch immer ein Rätsel, wieso dieser Titel keinen einzigen Punkt erhielt, da sein kommerzieller Erfolg garantiert war.

Udo Jürgens aus Österreich konnte auch zwei weitere Teilnahmen vorweisen, bei denen er genauso erfolgreich war wie sein Kollege Modugno. Aber während der Superstar aus Italien „die Rote Laterne“ des Wettbewerbs 1966 bildete, feierte Udo Jürgens den größten Triumph seiner großartigen Karriere. Mit „Merci Chérie“ kam er endlich zum erhofften Sieg – ein Sieg der kleinen Schritte, dessen Vorbereitungen schon 1964 anliefen. Udo Jürgens bedankte sich dementsprechend bei den Juroren für seinen „lange fälligen“ Sieg mit „Merci Jurys“.

Sein Sieg beim ESC 1966 war der Startschuss für eine beispiellose Karriere, die mit seinem plötzlichen Tod 2014 ein jähes Ende fand.

DIE TEILNEHMENDEN

1.
Deutschland

Margot Eskens „DIe Zeiger der Uhr“
M.: Walter Dobschinski
T.: Hans Bradke
D.: Willy Berking
2.
Dänemark

Ulla Pia „Stop, ja stop – ja stop,
mens legen er go“
M.: Erik Kaare
T.: Erik Kaare
D.: Arne Lamberth
3.
Belgien

Tonia ”Un peu de poivre,
un peu de sel“
M.: Paul Quintens
T.: Philippe van Cauwenbergh
D.: Jean Rodères
4.
Luxemburg

Michèle Torr „Ce soir je t’attendais“
M.: Bernard Kesslair
T.: Jacques Chaumelle
D.: Jean Rodères
5. Jugoslawien

Berta Ambroz „Brez besed“
M.: Mojmir Sepe
T.: Elza Budav
D.: Mojmir Sepe
6.
Norwegen

? se Kleveland „Intet er nytt under solen“
M. & T.:
Arne Bendiksen
D.: Øivind Bergh
7.
Finnland

Ann-Christine Nystroem „Play Boy“
M. & T.:
Ossi Runne
D.: Ossi Runne
8.
Portugal

Madalena Iglesias „Ele e ela“
M.: Carlos Canhelas
T.: Carlos Canhelas
D.: Jorge Costa Pinto
9.
Österreich

Udo Jürgens „Merci chérie“
M.: Udo Jürgens
T.: Udo Jürgens &
Thomas Hörbiger
D.: Hans Hammerschmid
10.
Schweden

Lill Lindfors &
Svante Thuresson
„Nygammal vals – eller
hip man svinaherde“

M.: Bengt Arne Wallin
T.: Björn Lindroth
D.: Gert Ove Andersson
11.
Spanien

Raphael „Yo soy aquel“
M.: Manuel Alejandro
T.: Manuel Alejandro
D.: Rafael Ibarbia
12.
Schweiz

Madeleine Pascal "Ne vois-tu pas"
M.: Pierre Brenner
T.: Roland Schweizer
D.: Jean Rodères
13.
Monaco

Tereza „Bien plus fort“
M.: Gerard Bourgeois
T.: Jean-Max Rivière
D.: Alain Goraguer
14.
Italien

Domenico Modugno „Dio come ti amo“
M.: Domenico Modugno
T.: Domenico Modugno
D.: Angelo Giacomazzi
15.
Frankreich

Dominique Walter „Chez nous“
M.: Claude Carrère
T.: Jacques Plante
D.: Franck Pourcel
16.
Niederlande

Milly Scott "Fernando en Philippo"
M.: Kees de Bruyn
T.: Gerrit den Braber
D.: Dolf van der Linden
17.
Irland

Dickie Rock „Come Back To Stay“
M.: Rowland Soper
T.: Rowland Soper
D.: Noel Kelehan
18.
Ver. Königreich

Kenneth McKellar „A Man Without Love“
M.: Cyril Ornadel
T.: Peter Callander
D.: Harry Rabinowitz

 DIE WERTUNG