Sieger

Belgien

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
13. Belgien
Belgien Sandra Kim J'aime la vie
176 1.
10. Schweiz
Schweiz Daniela Simons Pas pour moi
140 2.
1. Luxemburg
Luxemburg Sherisse Laurence L'amour de ma vie
117 3.
12. Irland
Irland Love Bug You Can Count On Me
96 4.
17. Schweden
Schweden Lasse Holm & Monica Törnell Är det de'här du kallar kärlek
78 5.
18. Dänemark
Dänemark Lise Haavik Du er fuld af løgn
77 6.
5. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Ryder Runner In The Night
72 7.
14. Deutschland
Deutschland Ingrid Peters Über die Brücke geh'n
62 8.
8. Türkei
Türkei Klips Ve Onlar Halley
53 9.
9. Spanien
Spanien Cadillac Valentino
51 10.
2. 🇯🇬
Jugoslawien Doris Dragović Zeljo moja
49 11.
4. Norwegen
Norwegen Ketil Stokkan Romeo
44 12.
7. Niederlande
Niederlande Frizzle Sizzle Alles heeft ritme
40 13.
20. Portugal
Portugal Dora Não sejas mau p'ra mim
28 14.
19. Finnland
Finnland Kari Päivä kahden ihmisen
22 15.
6. Island
Island Icy Gledibankinn
19 16.
3. Frankreich
Frankreich Cocktail-Chic Européennes
13 17.
16. Österreich
Österreich Timna Brauer Die Zeit ist einsam
12 18.
11. Israel
Israel Moti Giladi & Sarai Tzuriel Yavoh yom
7 19.
15. Zypern
Zypern Elpida Tora zo
4 20.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Künstler aus 20 Ländern kamen  in die Grieghallen nach Bergen, die bisher nördlichste Gastgeberstadt- unter anderem auch Island: Die kleine Insel im Nordatlantik hatte schon eher Interesse an einer Teilnahme gezeigt, dies war aber bis dahin aus technischen Gründen nicht möglich gewesen. Das Debüt der isländischen Gruppe Icy endete mit dem 16. Platz trotz des herzlichen Applauses vom norwegischen Publikum. Italien fehlte wegen mangelnden Interesses. Auch Griechenland blieb fern, Jugoslawien und die Niederlande kehrten zurück.

Der Name ? se Kleveland war zu diesem Zeitpunkt vielen Norwegern ein Begriff – wie auch vielen ESC-Fans. Denn die durchaus warmherzige, aber strenge Dame, die 1986 den Song Contest aus dem norwegischen Bergen moderierte, hatte schon 1966 die ersten Contest-Erfahrungen sammeln können. Damals belegte sie in Luxemburg für ihre Heimat den dritten Platz, der bis zum Sieg der Bobbysocks 1985, die beste Platzierung für das Königreich der unendlichen Fjorde war. Seitdem gehörte sie zu den etabliertesten Künstlern ihres Landes, obwohl sie sich von dem Wettbewerb distanziert hatte. Desto größer war die Überraschung, als die Wahl des norwegischen Fernsehens auf sie als Moderatorin fiel. Einige Jahre später wurde ? se Kleveland Kultusministerin von Norwegen. 

FAZIT 

Luxemburg sandte die Frankokanadierin Sherisse Laurence ins Rennen. Ihr Lied war das fünfhundertste seit dem Bestehen des ESC. Sie wurde Dritte.

Doris Dragović aus Jugoslawien war mit ihrem Motto „Liebe ist Feuer“ („Zeljo moja“) weniger überzeugend. Ketil Stokkan sang für das Gastgeberland über „Romeo“. Er brachte zwar das Publikum in der Grieghalle in Stimmung, aber nicht die Jurys.

Während der britische Interpret Ryder durch die Nacht lief („Runner in the night“), besang die türkische Gruppe Klips Ve Onlar den Kometen Haley. Diese Darbietung war einen neunten Platz wert, was gleichzeitig die erste TOP10 Platzierung für die Türkei bedeutete.

Die schwedische Präsentation war ziemlich geschmacklos, wie auch die von Dora aus Portugal. Der finnische Sänger Kari konnte seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. Er beendete den Wettbewerb mit Rang 15. Für Österreich sang Timna Brauer, eine bekannte Jazzsängerin und Tochter des Malers Arik Brauer. Ihre Ballade „Die Zeit ist einsam“ konnte sich nicht durchsetzen.

Ingrid Peters aus Deutschland betrat die Grand-Prix-Bühne mit einer Hymne. „Über die Brücke gehen“ stand bei den englischen Buchmachern ganz oben – sie bekam auch 12 Punkte aus Großbritannien. Alle anderen Länder gingen etwas spärlicher mit den Punkten für die 32-jährige, in Dudweiler/Saar geborene Diplomsportlehrerin, um. Es reichte zum 8. Platz.

Wesentlich erfolgreicher waren die Nachbarländer Deutschlands. Daniela Simons aus Lausanne sang für die Schweiz „Pas pour moi“. Ein typischer ESC-Song mit Klavierbegleitung und einer romantischen Melodie. In dieser hektischen Zeit war es doch ein sehr beruhigender Song, der zum Schluss den zweiten Platz belegen konnte. Daniela Simons hatte schon 1983 mit „Dis–moi tout“ und 1985 mit „Pepars ázèro“ an der Schweizer Vorentscheidung teilgenommen.

In den 1980er Jahren wurde klar, dass die europäische Popszene sehr wenig zu bieten hatte. Schon 1982 war es abzusehen, dass sich die musikalische europäische Kultur in einer Krise befand. Es klang alles einheitlich, egal ob ein Beitrag aus den Norden oder aus dem Süden des Kontinents kam. Das führte dazu, dass von 1982 an überwiegend Länder siegten, die es früher nicht geschafft hatten. Zu den Ländern gehörte auch Belgien, das seit 1956 ununterbrochen dabei war, aber nie gewinnen konnte. 1986 sang die 13-jährige Sandra Kim, dass sie das Leben liebt („J´aime la vie“). Sie sprühte vor Optimismus und Fröhlichkeit. Die Juroren konnten diese Signale wahrnehmen, und schon nach den ersten Wertungen war klar, dass der Sieg in diesem Jahr nur an Belgien gehen konnte. Sandra Kim löste Gigliola Cinquetti als jüngste ESC-Gewinnerin ab. Ihr Sieg ist der einzige des Landes bis heute. Sandra Kim hatte ihr wahres Alter verschwiegen. Nach dem ESC 1986 wurde das Mindestteilnehmeralter von der EBU auf 16 Jahre angehoben. 

 DIE TEILNEHMENDEN

1.
Luxemburg

Sherisse Laurence „L’amour de ma vie“
M.: Rolf Soja
T.: Alain Garcia,
Frank Dostal
D.: Rolf Soja
2. Jugoslawien

Doris Dragović „Zeljo moja“
M. & T.:
Zrinko Tutić
D.: Nikica Kalogjera
3.
Frankreich

Cocktail-Chic ”Européennes“
M. & T.:
Michel Costa,
Georges Costa
D.: Jean-Claude Petit
4.
Norwegen

Ketil Stokkan „Romeo“
M. & T.:
Ketil Stokkan
D.: Egil Monn-Iversen
5.
Ver. Königreich
Ryder „Runner In The Night“
M.: Brian Wade
T.: Maureen Derbyshire
6.
Island

Icy „Gledibankinn“
M. & T.:
Magnus Eiriksson
D.: Gunnar Thordarsson
7. Niederlande Frizzle Sizzle „Alles heeft ritme“M.: Ron ten Bokum,
Peter Schön
T.: Peter Schön
D.: Harry van Hoof
8. Türkei

Klips Ve Onlar „Halley“
M.: Melih Kibar
T.: Ilhan Irem
D.: Melih Kibar
9.
Spanien

Cadillac "Valentino"
M. & T.:
Cadillac
D.: Eduardo Leyva
10.
Schweiz

Daniela Simons "Pas pour moi"

M.: Atilla Sereftug
T.: Nella Martinetti
D.: Atilla Sereftug
11.
Israel

Moti Giladi &
Sarai Tzuriel
„Yavoh yom“
M.: Yoram Zadok
T.: Moti Giladi
D.: Yoram Zadok
12. Irland

Luv Bug "You Can Count On me"
M. & T.:
Kevin Sheerin
D.: Noel Kelehan
13.
Belgien

Sandra Kim "J'aime la vie"
M.: Jean-P. Furnemont,
Angelo Crisci
T.: Rosario Marino
D.: Jo Carlier
14.
Deutschland

Ingrid Peters „Über die Brücke geh’n“
M. & T.:
Hans Blum
D.: Hans Blum
15.
Zypern

Elpida "Tora zo"
M.: Peter Yiannaki
T.: Phivos Gavris
D.: Martyn Ford
16.
Österreich

Timna Brauer "Die Zeit ist einsam"
M.: Peter Janda
T.: Peter Cornelius
D.: Richard Österreicher
17. Schweden

Lasse Holm &
Monica Törnell
„Är det de’här du
kallar kärlek“
M. & T.:
Lasse Holm
D.: Anders Berglund
18.
Dänemark

Lise Haavik "Du er fuld af løgn"
M. & T.:
John Hatting
D.: Egil Monn-Iversen
19.
Finnland

Kari "Päivä kahden ihmisen"
M. & T.:
Kari Kuivalainen
D.: Ossi Runne
20.
Portugal

Dora "Não sejas mau
para mim"
M.: Guilherme Ines,
Ze da Ponte
‚T.: Luis Oliveira
D.: Colin Frechter

DIE WERTUNG