Halle

Palais de Beaulieu

Moderation

Lolita Morena & Jacques Deschenaux

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1

Teilnehmer

22 Länder

Sieger

Jugoslawien

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
22. 🇯🇬
Jugoslawien Riva Rock Me
137 1.
7. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Live Report Why Do I Always Get It Wrong
130 2.
12. Dänemark
Dänemark Birthe Kjaer Vi maler byen rød
111 3.
10. Schweden
Schweden Tommy Nilsson En dag
110 4.
13. Österreich
Österreich Thomas Forstner Nur ein Lied
97 5.
16. Spanien
Spanien Nina Nacida para amar
88 6.
14. Finnland
Finnland Anneli Saaristo La dolce vita
76 7.
15. Frankreich
Frankreich Nathalie Pâque J'ai volé la vie
60 8.
1. Italien
Italien Anna Oxa & Fausto Leali Avrei voluto
56 9.
17. Zypern
Zypern Fanny Polymeri & Yannis Savidakis Apopse as vrethoume
51 11.
2. Israel
Israel Gili & Galit Derech-ha-melech
50 12.
18. Schweiz
Schweiz Furbaz Viver senza tei
47 13.
21. Deutschland
Deutschland Nino de Angelo Flieger
46 14.
4. Niederlande
Niederlande Justine Pelmelay Blijf zoals je bent
45 15.
9. Portugal
Portugal Da Vinci Conquistador
39 16.
8. Norwegen
Norwegen Britt Synnøve Johansen Venners nærhet
30 17.
3. Irland
Irland Kiev Connolly & The Missing Passengers The Real Me
21 18.
6. Belgien
Belgien Ingeborg Door de wind
13 19.
11. Luxemburg
Luxemburg Park Café Monsieur
8 20.
5. Türkei
Türkei Pan Bana Bana
5 21.
20. Island
Island Daniel Agust Haraldsson Þad sem enginn sér
0 22.
19. Griechenland
Griechenland Mariana To diko sou asteri
19 56.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

1989 kehrte der Song Contest dahin zurück, wo 1956 alles angefangen hatte: in die Schweiz. Im Palais de Beaulieu versammelten sich 22 Nationen, um den letzten Wettbewerb der 1980er Jahre zu bestreiten. Céline Dion eröffnete die Show mit einem kurzen Ausschnitt ihres SIegertitels von 1988 und stellt dann ihre neue Single vor „Where Does My Heart Beat Now“. Dieser Titel wurde ihr erster großer Hit in den USA. Ihre Heimat Kanada, wie auch Japan, waren zum ersten Mal live zugeschaltet. Dass sie eine großartige Stimme besaß, hatte sie schon ein Jahr zuvor unter Beweis gestellt, und dass ESC-Teilnehmer von Medien und der Musikbranche als Künstler zweiter Kategorie betrachtet wurden, war auch eine Tatsache. Wieso sollte es also bei Céline Dion anders sein? Sie kam, sie sang und sie geriet in Vergessenheit – die Europäer hatten sie abgelehnt. Auch der deutsche Kommentator Thomas Gottschalk meinte, man werde von ihr wohl nicht mehr viel hören!
1992 sang Céline Dion den Titelsong in der Walt-Disney-Produktion „Die Schöne und das Biest“. Der Durchbruch war geschafft! Alle, die damals nicht an sie und ihr außergewöhnliches Talent glauben wollten, waren auf einmal total von ihr angetan. Mit Songs wie “The Power Of Love“ , “Think Twice“, “My Heart Will Go On“ (Titelsong von „Titanic“) war sie nicht mehr aus den Charts wegzudenken. Unzählige Grammys und Oscars kamen dazu. Céline Dion avancierte zu der größten Pop-Diva der 1990er Jahre. Diese glanzvolle Weltkarriere hätte Jahre vorher beginnen können, wenn die Europäer gelernt hätten, den eigenen Produkten zu vertrauen.

Das Reglement wurde insoweit geändert, als es bei Punktegleichstand nun danach gehen sollte, wer die meisten 12er-Wertungen bekommen hat. 

Jacques Deschenaux und Lolita Morena übernahmen die Rolle der Gastgeber.  

Jacques Deschenaux kommentierte seit 1973 im Schweizer Fernsehen die Formel-Eins-Übertragungen. Später leitete er die Sportredaktion des Senders TRS.

Lolita Morena war die Miss Schweiz und Vierte des Miss Universum-Wettbewerbs 1982. Sie moderierte auch z.b. die „Goldene Rose von Montreux“ und arbeitete für das französischsprachige Fernsehen der Schweiz. Sie heiratete 1994 Lothar Matthäus, die Ehe wurde 1999 geschieden. Sie setzt sich als Tierschützerin gegen Pelze als Kleidungsstücke ein..

FAZIT

Den Auftakt machten die Sanremo-Sieger des Jahres Fausto Leali und Anna Oxa. Sie hätten zwar gewollt („Avrei voluto“), dass sie auch den ESC gewinnen, aber dazu kam es nicht. Sie teilten sich mit der griechischen Sängerin Mariana den neunten Rang.

Aus Israel kam der 12-jährige Gili, begleitet von Galit, die schon ein paar Jahre älter war. Sein Song über die Straße des Königs („Derech ha´melech“) brachte ihm den zwölften Rang. Wesentlich besser erging es seiner gleichaltrigen Kollegin Nathalie Pâque aus Frankreich. Sie wurde nämlich Achte, indem sie nicht nur das Leben stahl („J´ai volé la vie“), sondern auch den anderen Konkurrenten ein paar Punkte. Auf Grund massiver Proteste änderte die EBU die Altersregel und entschied, dass alle Teilnehmer das 16. Lebensjahr vollendet haben müssen, um teilnahmeberechtigt zu sein.

Kiev Connolly aus Irland ersang das schlechteste Ergebnis aller Zeiten für seine Heimat. Die Türken traten sehr folkloristisch auf, die Zeit war für solche Songs einfach noch nicht reif genug. Gleiches galt auch für die belgische Sängerin Ingeborg oder auch für die luxemburgische Gruppe Park Café, deren Leadsängerin Margret Parke eine gebürtige Amerikanerin ist. Ihr starker Akzent machte den Titel “Monsieur“ zunichte.

Die spanische Sängerin Nina schwor, dass sie nur für die Liebe geboren sei („Nacida para amar“), was aber anscheinend nur den männlichen Juroren imponierte, sie wurde Sechste.

Die Gruppe Da Vinci aus Portugal konnte auch nicht besonders überzeugen, wie auch die Schweizer Gruppe Furbaz, die in Rätoromanisch sang.

Der in Karlsruhe geborene 26-jährige Sänger Nino de Angelo gehörte im Vorfeld des Wettbewerbs gemeinsam mit dem schwedischen Künstler Tommy Nilsson zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Seine Darbietung wirkte verkrampft und von Nervosität geprägt. Er landete ganz abgeschlagen auf dem vierzehnten Rang. Sein Titel “Flieger“ stammte von Dieter Bohlen, der auch für den österreichischen Beitrag “Nur ein Lied“, vorgetragen vom 19-jährigen Thomas Forstner, verantwortlich zeichnete. Sein Schützling aus dem österreichischen Steier  konnte sich allerdings viel besser verkaufen: Er wurde Fünfter.

Gewonnen hat aber ein Land, das keiner auf seiner Rechnung hatte: Jugoslawien. Schon nach der dritten Wertung deutete sich an, dass die Gruppe Riva aus Kroatien den Sieg davontragen würde. Der Titel “Rock Me“ stammt von Rajko Dujmic, der auch die Beiträge von 1987 und 1988 geschrieben hatte und mit sehr guten Resultaten deutlich machte, dass die jugoslawische Musik den Anschluss zu den anderen Nationen gefunden hatte. Das Schweizer Publikum reagierte nicht gerade enthusiastisch während der Siegerehrung. Fast gänzlich fehlender Applaus und ein zum Teil bereits aufbrechendes Publikum waren die Reaktionen auf diesen überraschenden Sieg. Einen Hit konnten Riva mit ihrem Siegertitel nicht landen. 

 DIE TEILNEHMENDEN

1.
Italien

Anna Oxa &
Fausto Leali
„Avrei voluto“
M.: F. Fasano
T.: F. Ciani,
F. Berlincioni
D.: Mario Natale
2.
Israel

Gili & Galit „Derech ha-melech“
M. & T.:
Shaike Paikov
D.: Shaike Paikov
3.
Irland

Kiev Conolly &
The Missing Passengers
”The Real Me“
M. & T.:
Kiev Connolly
D.: Noel Kelehan
4.
Niederlande

Justine Pelmelay „Blijf zoals je bent“
M. & T.:
Jan Kisjes
D.: Harry van Hoof
5.
Türkei
Pan „Bana Bana“
M. & T.:
Timur Selçuk
D.: Timur Selçu
6.
Belgien

Ingeborg „Door de wind“
M. & T.:
Stef Bos
D.: Freddy Sunder
7. Ver. Königreich Live Report „Why Do I Always
Get It Wrong“
M.: Brian Hodgson
T.: John Beeby
D.: Ronnie Hazlehurst
8. Norwegen

Britt Synnøve Johansen „Venners nærhet“
M.: Inge Enoksen
T.: Leiv N. Grotte
D.: Peter Knutsen
9.
Portugal

Da Vinci "Conquistador"
M.: Ricardo
T.: Pedro Luis
D.: Luis Duarte
10.
Schweden

Tommy NIlsson "En dag"

M.: Tim Norell,
Ola Hakansson
T.:TIm Norell,
O. Hakansson,
Alexander Bard
D.: Anders Berglund
11.
Luxemburg

Park Café "Monsieur"
M.: Maggie Parke,
Gast Waltzing
T.: M. Parke,
Bernard Longcheval,
Yves Lacomblez
D.: Benoit Kaufman
12. Dänemark

Birthe Kjaer "Vi maler byen rød"
M.: Søren Bundgaard
T.: Keld Heick
D.: Henrik Krogsgaard,
Benoit Kaufman
13.
Österreich

Thomas Forstner "Nur ein Lied"
M.: Dieter Bohlen
T.: Joachim Horn Bernges
14.
Finnland

Annelie Saaristo „La dolce vita“
M.: Matti Puurtinen
T.: Turkka Mali
D.: Ossi Runne
15.
Frankreich

Nathalie Pâque "J'ai volé la vie"
M.: Guy Matteoni,
G.G. Candy
T.: Sylvian Lebel
D.: Guy Matteoni
16.
Spanien

Nina "Nacida para amar"
M. & T.:
Juan Carlos Calderón
D.: Juan Carlos Calderón
17. Zypern

Fanny Polymeri &
Yannis Savidakis
„Apopse as vrethoume“
M.: Marios Meletiou
T.: Efi Meletiou
D.: Haris Andreadis
18.
Schweiz

Furbaz "Viver senza te"
M.: Marie Louise Werth
T.: Marie Louise Werth
D.: Benoit Kaufman
19.
Griechenland

Mariana "To diko sou asteri"
M.: Mariana,
Yannis Kyris
T.: Villy Sanianou
D.: Giorgios Niarchos
20.
Island

Daniel Agust Haraldsson „Þad sem enginn sér“
M.: Valgeir Gudjonsson
T.: Valgeir Gudjonsson
21. Deutschland

Nino de Angelo "Flieger"
M.: Dieter Bohlen
T.: Joachim Horn-Bernges
22. Jugoslawien

Riva "Rock Me"
M.: Rajko Dujmić
T.: Stevo Cvikić
D.: Nikica Kalogjera

DIE WERTUNG