Halle

Gaiety Theatre

Moderation

Bernadette Ní Ghallchóir

Wertung

2 Juro*innen pro Land vor Ort – Jedes Jurymitglied bewertet jedes Lied mit bis zu fünf Punkten

Teilnehmer

18 Länder

Sieger

Monaco

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
3. Monaco
Monaco Séverine Un banc, un arbre, une rue
128 1.
6. Spanien
Spanien Karina En un mundo nuevo
116 2.
5. Deutschland
Deutschland Katja Ebstein Diese Welt
100 3.
9. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Clodagh Rodgers Jack In The Box
98 4.
11. Italien
Italien Massimo Ranieri L'amore e un attimo
91 5.
12. Schweden
Schweden Family Four Vita vidder
85 6.
17. Finnland
Finnland Markku Aro & Koivisto Sisters Tie uuteen päivään
84 8.
15. Portugal
Portugal Tonicha Menina
83 9.
7. Frankreich
Frankreich Serge Lama Un jardin sur la terre
82 10.
13. Irland
Irland Angela Farrell One Day Love
79 11.
4. Schweiz
Schweiz Peter, Sue & Marc Les illusions de nos 20 ans
78 12.
8. Luxemburg
Luxemburg Monique Melsen Pomme, pomme, pomme
70 13.
10. Belgien
Belgien Jacques Raymond & Lily Castel Goeie Morgen, Morgen
69 14.
16. 🇯🇬
Jugoslawien Krunoslav Slabinac Tvoj djecak je tuzan
68 15.
1. Österreich
Österreich Marianne Mendt Musik
66 16.
18. Norwegen
Norwegen Hanne Krogh Lykken er…
65 17.
2. Malta
Malta Joe Grech Marija L-Maltija
52 18.
14. Niederlande
Niederlande Saskia & Serge De tijd
14 85.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Die Krise von 1970 war mittlerweile überwunden und die EBU nahm viele Änderungen vor, um den ESC zu modernisieren und um alle Beteiligten zufrieden zu stellen. Die skandinavischen Länder waren wieder dabei – wie auch Portugal und Österreich – auf deren Druck hin ein neues Wertungssystem eingeführt wurde, das Punkte für alle Beiträge ermöglichte. Neben den Vertretern des Landes stellten die zuständigen Fernsehstationen auch zwei Jurymitglieder auf – eines bis 25 Jahre alt, das andere über 25 – die vor Ort alle Lieder mit einem bis fünf Punkten bewerteten. Es soll unter den Juroren zu Bestechungsversuchen gekommen sein. Das neue System war insofern umstritten, als es taktische Wertungen möglich machte. So vergab z B. die Jury aus Luxemburg insgesamt nur 43 Punkte, die französische Jury demgegenüber 107!

Während der Proben fanden täglich vor dem Gaitey Theater Demonstrationen statt. Grund: die nach Ansicht der Demonstranten unnötige Geldausgabe für ein solches Event, das  musikalisch nichts zu bieten habe.

Die Moderatorin

Bernadette Ní Ghallchóir

war eine prominente TV-Ansagerin bei RTE. Sie saß während iher Moderation in einer Balkonloge des kleinen Gaiety Theaters. 1973 moderierte sie auch die irische nationale Vorentscheidung.

FAZIT

Schweden schickte die erste Vier-Personen-Gruppe namens Family Four  ins Rennen. Ihre Hymne über die Herrlichkeit des Lebens schien einigen Juroren zu imponieren, und sie setzten die vier Schweden auf den sechsten Rang, gemeinsam mit dem bekannten holländischen Duo Saskia und Serge, die am Anfang des Vortrags des Liedes „De Tijd“ (Die Zeit) einige Probleme mit den Mikrofonen hatten. Für die Schweizer Peter, Sue & Marc war es die erste Teilnahme und der Startschuss für ihre Karriere. Ihr Titel über die Illusionen junger Leute  betrachteten die Juroren ziemlich desinteressiert. Nur Platz 12 für die künftigen Stars der 1970er Jahre.

Die Mittelmeerinsel Malta trat zum ersten Mal in Erscheinung. Die Premiere des Landes endete allerdings mit dem letzten Platz. Auch Österreich meldete sich nach dreijähriger Pause zurück. Marianne Mendt gehörte seit ihrem großen Erfolg mit „Wie a Glock´n“ kurz vor ihrem ESC-Auftritt zu den größten Stars Österreichs. Der im Wiener Dialekt gesungene Beitrag „Musik“ war beim ESC aber bei weitem nicht so erfolgreich: nur Platz 16. 

Katja Ebstein nahm für Deutschland ihren zweiten Anlauf beim Song Contest. Sie landete mit dem ergreifenden Öko-Song “Diese Welt”  auf dem dritten Platz, wie auch ein Jahr zuvor. Eine neue Welt („En un mundo nuevo“) wünschte sich die spanische Sängerin Karina, während der italienische Sänger Massimo Ranieri den Zuschauern erklärte, dass die Liebe nur ein Spiel ist, das sehr oft von einem einzigen Augenblick abhängig ist- „L´amore e un attimo“.

Die 16-jährige Hanne Krogh aus Norwegen versuchte mit einem Sonnenschirm das Rätsel zu lösen, was Glück bedeutet („Lykken är…“). Sie musste aber noch bis 1985 warten, bis sie dieses Glücksgefühl beim ESC als Siegerin (Bobbysocks) ausleben durfte. An diesem Abend war sie über den 17. Rang bestimmt nicht glücklich.  

Clodagh Rodgers aus Großbritannien sang „Jack In The Box“, und sie wurde Vierte. Der Vorwurf, ihr Titel hätte starke Ähnlichkeiten mit dem Cliff- Richard-Titel „Congratulations“ ließ sie wohl unbeeindruckt.

Jacques Raymond sollte ursprünglich zum zweiten Mal nach 1963 für Belgien antreten, dieses mal im Duett mit Nicole (Nicole & Hugo). Diese erkrankte jedoch an einer Hepatitis, so dass Lily Castel kurzfristig einsprang.

Tonicha aus Portugal schaffte als erste Vertreterin des Landes den Sprung in die TOP 10. Sie belegte mit ihrem Song über ein Landmädchen namens  “Menina” den 9. Rang, noch vor den bekannten Franzosen Serge Lama und der Irin Angela Farrell, die ihren Heimvorteil nicht so richtig auszuspielen wusste. 

Die gebürtige Französin Josiane Grizeau alias Séverine bescherte dem kleinen Fürstentum von Monaco den ersten und bisher einzigen Sieg. Die 21-jährige Sängerin wurde erst im Jahr 1969 entdeckt. Zwei Jahre später begann ihre Karriere, zunächst in Frankreich, dann hauptsächlich in Deutschland unter den Fittichen des Erfolgsproduzenten Jack White. Sie hatte einige Hits wie „Monsieur le General, „Ja der Eiffelturm“, „Olala l’amour“. 1975 nahm sie mit „Dreh dich im Kreisel der Zeit“ an der deutschen Vorentscheidung teil und wurde Siebte, 1982 belegte sie bei der Vorentscheidung mit „Ich glaub an meine Träume“ Platz 10. Seit 1999 hatte sie dann auch wieder einige Auftritte in Frankreich.

DIE TEILNEHMENDEN

1. Österreich

Marianne Mendt "Musik"
M. & .T.:
Richard Schönherz,
Manuel Rigoni
D.: Robert Opratko
2.
Malta

Joe Grech „Marija L-Maltija“
M.: Joe Grech
T.: Charles Mifsud
D.: Twanny Chirceop
3.
Monaco

Séverine ”Un banc, un arbre,
une rue“
M.: Jean-Pierre Bourtayre
T.: Yves Dessca
D.: Jean-Claude Petit
4.
Schweiz
Peter, Sue & Marc
„Les illusions des
nos 20 ans“
M.: Peter Reber
T.: Maurice Tézé
D.: Jean-Claude Vannier
5.
Deutschland
Katja Ebstein „Diese Welt“
M.: Dieter Zimmermann
T.: Fred Jay
D.: Dieter Zimmermann
6.
Spanien

Karina „En un mundo nuevo„
M.: R. Trabucchelli
‚T.: Tony Luz
D.: Waldo de los Rios
7.
Frankreich

Serge Lama "Un jardin sur la terre"

M.: Alice Dona
T.: Henri Dijan,
‚Jacques Demarny
D.: Franck Pourcel
8.
Luxemburg

Monique Melsen „Pomme, pomme, pomme“
M.: Hubert Giraud
T.: Pierre Cour
D.: Jean Claudric
9.
Ver. Königreich

Clodagh Rodgers „Jack In The Box“
M.: John Worsley
T.: David Myers
D.: Johnny Arthey
10.
Belgien

Jacques Raymond &
Lily Castel
„Goeie Morgen, Morgen“

M.: Paul Quintens
T.: Phil van Cauwenbergh
D.: Francis Bay
11.
Italien

Massimo Ranieri „L’amore e un attimo“
M.: Enrico Polito
T.: Gaetano Savio &
Giancarlo Bigazzi
D.: Enrico Polito
12.
Schweden

Family Four
"Vita vidder"
M.: Haakan Elmquist
T.: Haakan Elmquist
D.: Claes Rosendahl
13.
Irland

Angela Farrell „One Day Love“
M. & .T.:
Donald Martin,
Ita Flynn
D.: Noel Kelehan
14.
Niederlande

Saskia & Serge „De tijd“
M.: Joop Stokkermans
T.: Gerrit den Braber
D.: Dolf van der Linden
15.
Portugal

Tonicha „Menina“
M.: Nuno Nazareth Fernandes
T.: José Carlos Ary
dos Santos
D.: Jorge Costa Pinto
16.
Jugoslawien

Krunoslav Slabinac „Tvoj djezak je tuzan“
M.: Ivan Krajač
T.: Zvonimir Galob
D.: Miljenko Prohaska
17.
Finnland

Markku Aro &
Koivisto Sisters „Tie uuteen päivään“
M. & T.:
Rauno Lehtinen
D.: Ossi Runne
18.
Norwegen

Hanne Krogh „Lykken er…“
M. & T.:
Arne Bendiksen
D.: Arne Bendiksen

 DIE WERTUNG