Halle

Wembley Conference Centre

Moderation

Angela Rippon

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1

Teilnehmer

18 Länder

Sieger

Frankreich

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
18. Frankreich
Frankreich Marie Myriam L'oiseau et l'enfant
136 1.
9. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Lyndsey de Paul & Mike Moran Rock Bottom
121 2.
1. Irland
Irland The Swarbriggs Plus Two It's Nice To Be In Love Again
119 3.
2. Monaco
Monaco Michèle Torr Une petite française
96 4.
10. Griechenland
Griechenland Pascalis, Marianna, Robert & Bessie Mathema solfege
92 5.
12. Schweiz
Schweiz Pepe-Lienhard-Sextett Swiss Lady
71 6.
17. Belgien
Belgien Dream Express A Million In One, Two, Three
69 7.
6. Deutschland
Deutschland Silver Convention Telegram
55 8.
14. Spanien
Spanien Micky Enseñame a cantar
52 9.
16. Finnland
Finnland Monica Aspelund Lapponia
50 10.
11. Israel
Israel Ilanit Aa-haa-vah hee sheer lish-naa-yim
49 11.
3. Niederlande
Niederlande Heddy Lester De mallemolen
35 12.
15. Italien
Italien Mia Martini Libera
32 13.
8. Portugal
Portugal Os Amigos Portugal no coração
19 14.
5. Norwegen
Norwegen Anita Skorgan Casanova
18 15.
7. Luxemburg
Luxemburg Anne-Marie B. Frère Jacques
17 16.
4. Österreich
Österreich Schmetterlinge Boom Boom Boomerang
11 17.
13. Schweden
Schweden Forbes Beatles
2 18.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Der ESC 1977 war für den 2. April geplant. Ein Streik der Techniker und Kameramänner verhinderte jedoch die Veranstaltung, und sie konnte erst fünf Wochen später stattfinden. Dadurch konnten auch keine Postcards gedreht werden, so dass die BBC während der Umbaupausen zwischen den einzelnen Beiträgen ins Publikum schwenkte, was teilweise auch durchaus Unterhaltungswert hatte, denn so mancher Gast ließ doch eine gewisse Begeisterung vermissen. 

Die Türkei und Jugoslawien nahmen nicht teil. Schweden machte seine Drohung vom endgültigen Ausstieg nicht wahr und kehrte zurück, blieb aber erfolglos. Die Gruppe Forbes landete mit dem den „Beatles“ gewidmeten Titel auf dem letzten Platz.

Tunesien wurde auf Startposition vier ausgelost. Kurzfristig sagte das tunesische Fernsehen seine Teilnahme ab aus Solidarität zu den anderen muslimischen Ländern wegen des Boykotts gegen Israel. Israel wurde, wie auch 1973, von der populären Sängerin Ilanit vertreten.

Die offene Sprachregel wurde kurz vor dem Song Contest wieder abgeschafft.  Die Schweiz schaffte es gerade noch, ihren Beitrag “Swiss Lady” vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen, aber Deutschland mit Silver Convention und Belgien mit der Gruppe Dream Express sangen trotzdem in Englisch. Dagegen wurde zwar  protestiert, aber ohne Erfolg. Die Gruppe Dream Express bestand aus dem Komponist des Liedes, Luc Smets, und den drei Schwestern Patricia, Bianca und Stella, die 1970 unter dem Namen Hearts Of Soul für die Niederlande ins Rennen gingen.

Angela Rippon moderierte im Wembley Conference Centre. Sie war damals eine bekannte Fernsehjournalistin und als Nachrichtensprecherin die erste Frau bei der BBC in dieser Position. Neben ihrer Tätitgkeit als TV-Moderation in vielen Sendungen ist sie auch Schriftstellerin.  

FAZIT

Irland vertraute nach 1975 ein zweites Mal auf die Gebrüder Swarbrigg. Dieses Mal wurden die Brüder durch zwei Damen verstärkt: Nicola Kerr und Alma Caroll, die schon 1968 an der irischen Vorentscheidung beteiligt waren. In London verkündeten The Swarbriggs + Two, wie schön es sei, wieder verliebt zu sein („It´s nice to be in love again“) und hinterher, wie schön es sei, den dritten Platz beim Grand Prix gemacht zu haben.

Sowohl Michèle Torr, die für Monaco sang, als auch Paulo de Carvalho und Fernando Tordo, Mitglieder der portugiesischen Gruppe Os Amigos, hatten schon ihre Erfahrungen mit dem ESC gemacht. Erstere hatte schon 1966 teilgenommen. Damals verpasste sie eine bessere Platzierung als den 10. Rang. 1977 erzählte sie in ihrem Song „Une petite française“ über ein Landmädchen, das mit seinen Träumen nach Paris kam. Platz vier war der Lohn für das unschuldige Mädchen.

Weniger bekannt waren die vier Hellenen, die Platz fünf belegten und somit das bis dahin beste Ergebnis aller Zeiten für Griechenland erzielten. Während die österreichische Gruppe Schmetterlinge über die harte Welt und die Kommerzialisierung der Musikwelt sangen, gaben die Griechen Marianna Toli, Robert Williams, Bessi Argiraki und Paschalis  mit „Mathema solfege“ Mathematikunterricht auf der Bühne, was anscheinend für die Juroren sehr hilfreich war.

Die 18-jährige gebürtige Portugiesin Marie Myriam vertrat Frankreich, und sie bescherte überraschend den Franzosen nach 1969 den fünften und bis heute letzten Sieg. Unter Weinkrämpfen kam die junge Sängerin auf die Bühne, um ihr nostalgisches und romantisches Chanson noch einmal hinreißend vorzutragen. Lynsey de Paul, die haushohe Favoritin aus Großbritannien, zeigte sich beleidigt und stellte mit lautem Ton die Frage: Wieso hat die denn gewonnen ? Es gibt doch schlechte Verlierer!

 DIE TEILNEHMENDEN

1.
Irland

The Swarbriggs Plus Two „It’s Nice To Be
In Love Again“
M. & T.:
Tommy & Jimmy Swarbriggs
D.: Noel Kelehan
2.
Monaco

Michèle Torr „Une petite française“
M.: Paul de Senneville,
Olivier Toussaint
T.: Jean Albertini
D.: Yves Rioland
3.
Niederlande

Heddy Lester ”De mallemolen“
M.: Frank Affolter
T.: Wim Hogenkamp
D.: Harry van Hoof
4.
Österreich
Schmetterlinge
„Boom Boom Boomerang“
M.: G. Hernstadt,
W. Retsetaris,
H. Zöchling-Tamper
T.: E. Lukas Retsetaris
D.: Christian Kolonovits
5.
Norwegen
Anita Skorgan „Casanova“
M.: Svein Strugstad
T.: Dag Nordtomme
D.: Carsten Klouman
6.
Deutschland

Silver Convention "Telegram"
M.: Silvester Levay
T.: Michael Kunze
D.: Ronnie Hazlehurst
7.
Luxemburg

Anne-Marie B. "Frère Jacques"
M. & T.:
Guy Béart,
Pierre Cour
D.: Johnny Arthey
8.
Portugal

Os Amigos "Portugal no coração"
M.: Fernando Tordo
T.: José Carlos Ary
dos Santos
D.: José Calvario
9.
Ver. Königreich

Lynsey de Paul &
Mike Moran
"Rock bottom"
M. & T.:
Lyndsey de Paul,
Mike Moran
10.
Griechenland

Pascalis, Marianna,
Robert & Bessie
"Mathema solfege"

M.: George Hatzinassios
T.: Sevy Tiliakou
D.: George Hatzinassios
11.
Israel

Ilanit „Aa-hah-vaa hee sheer
lish-naa-yim“
M.: Matti Siitonen (Fredi)
T.: Vexi Salmi
D.: Ossi Runne
12.
Schweiz

Pepe-Lienhard-Sextett "Swiss Lady"
M. & T.:
Peter Reber
D.: Peter Reber
13.
Schweden

Forbes "Beatles"
M.: Claes Bure
T.: Sven-Olof Bagge
D.: Anders Berglund
14.
Spanien

Micky „Enséñame a cantar“
M. & T.:
Fernando Arbex
D.: Fernando Arbex
15.
Italien

Mia Martini "Libera"
M.: Salvatore Fabrizio
T.: Luigi Albertelli
D.: Maurizio Fabrizio
16.
Finnland

Monica Aspelund "Lapponia"
M.: Aarno Raninen
T.: Monica Aspelund
D.: Ossi Runne
17.
Belgien

Dream Express "A Million In 1,2,3"
M. & T.:
Luc Smeets
D.: Alyn Ainsworth
18.
Frankreich

Marie Myriam "L'oiseau et l'enfant"
M.: Jean-Paul Cara
T.: Joe Gracy
D.: Raymond Donnez

DIE WERTUNG

 * Die Punkte in Klammern wurden von der griechischen bzw. französischen Jury irrtümlich während der Sendung gegeben, das Endergebnis wurde später korrigiert