Halle

St. Eriks Mässan Alvsjö

Moderation

Karin Falck

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1

Teilnehmer

19 Länder

Sieger

Niederlande

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
1. Niederlande
Niederlande Teach-In Ding-A-Dong
152 1.
9. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich The Shadows Let Me Be The One
138 2.
19. Italien
Italien Wess & Dori Ghezzi Era
115 3.
3. Frankreich
Frankreich Nicole Rieu Et bonjour à toi l'artiste
91 4.
5. Luxemburg
Luxemburg Géraldine Toi
84 5.
7. Schweiz
Schweiz Simone Drexel Mikado
77 6.
15. Finnland
Finnland Pihasoittajat Old Man Fiddle
74 7.
18. Schweden
Schweden Lars Berghagen Jennie, Jennie
72 8.
2. Irland
Irland The Swarbriggs That's What Friends Are For
68 9.
17. Spanien
Spanien Sergio & Estibaliz Tu volveras
53 10.
12. Israel
Israel Shlomo Artzi At ve'ani
40 11.
10. Malta
Malta Renato Singing This Song
32 12.
8. 🇯🇬
Jugoslawien Ashes & Blood Dan ljubezni
22 13.
11. Belgien
Belgien Ann Christy Gelukkig zijn / Could It Be Happiness
17 15.
16. Portugal
Portugal Duarte Mendes Madrugada
16 16.
4. Deutschland
Deutschland Joy Fleming Ein Lied kann eine Brücke sein
15 17.
6. Norwegen
Norwegen Ellen Nikolaysen Touch My Life With Summer
11 18.
13. Türkei
Türkei Semiha Yanki Seninle bir dakika
3 19.
14. Monaco
Monaco Sophie Une chanson c'est une lettre
14 22.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Der 20. Eurovision Song Contest fand in der St. Eriks Mässan, Alvsjö, statt. Mit 19 Teilnehmern wurde ein neuer Rekord erreicht.Griechenland blieb dem Wettbewerb fern, weil die Türkei erstmals teilnahm. Österreich sagte nochmals ab. Island, Marokko, Jordanien, Hongkong, Südkorea und Japan strahlten zum ersten Mal die Sendung zeitversetzt aus.

Die Ära der „12 Points“ begann 1975. Nach den massiven Protesten vieler Länder im Vorjahr, als man 48 Stunden vor dem Finale zum Wertungssystem der Anfangsjahre zurückgekehrt war, sah sich die EBU gezwungen, ein neues Wertungssystem einzuführen. In jedem Land saßen nun 11 Juroren zusammen, verteilt auf drei Altersgruppen und nach Geschlecht. Sie konnten für die einzelne Beiträge 1 bis 5 Punkte vergeben. Die Punkte der Juroren wurden dann zusammengerechnet und es entstand eine Rangfolge. Die ersten 10 Titel dieser Rangfolge erhielten dann auch die Punkte 1 bis 8 – 10 u. 12. Dieses Wertungssystem wird in den Grundzügen noch bis heute verwendet.

In der St.Eriks-Messehalle in Stockholm führte 

Karin Falck

durch die Sendung. Sie machte das zwar durchaus sympathisch, aber auch öfter sehr unbeholfen, unvergessen u.a. ihr Spruch: „“How much is 7 in French?“.  

Karin Falck moderierte seit Mitte der 1950er Jahr Jugend- und Musiksendungen, später auch das Nachmittagsprogramm beim Sender SVT. Später betätigte sich als Regisseurin und Produzentin diverser schwedischer Fernsehserien. 2007 wurde sie mit dem Fernsehpreis „Kristallen“ für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Vor den einzelnen Auftritten waren die Interpret*innen aufgefordert, ein Selbstporträt zu malen.

FAZIT

Stockholm war in diesem Jahr nicht nur Schauplatz des größten musikalischen Events, sondern auch der Tatort für Künstler aus 14 Nationen – darunter auch Chile, welches in 21 schwedischen Städten ein Alternativfestival „echter“ Musik mit Folklore, Rock, gesellschaftskritischen Songs usw. veranstaltete. An dem Tag der Endscheidung des ESC protestierten junge Leute  auf den Straßen Stockholms gegen die „Musikimperialisten“.

Außer der britischen Band The Shadows – Begleitband von Cliff Richard 1973 – und Ellen Nikolaysen aus Norwegen (Bendik Singers) konnte man als bekannte Interpretin nach 1967 für Luxemburg die Sängerin Géraldine wieder begrüßen. Sie erhielt zum ersten Mal in der ESC-Geschichte die mittlerweile legendären „12 Points“ für ihr von Phil Coulter und Bill Martin („Puppet On A String“) geschriebenes „Toi“. 

Lediglich drei Punkte konnte die Türkei bei ihrem Debüt einheimsen, Semiha Yanki wurde Letzte.

Überraschend stark die Finnen: Die Gruppe Pihasoittajat trug eine Countrynummer über einen alten Geiger vor. Eine Seltenheit beim ESC, die mit dem siebten Platz belohnt wurde. Sophie aus Monaco meinte, dass ein Lied einem Brief ähnele. Diese Botschaft hat aber die europäischen Jurys nicht erreichen können: nur Platz 13. gemeinsam mit Ashes & Blood aus Jugoslawien bzw. aus Slowenien mit dem Song „Dan ljubezni“ (Tag der Liebe). Die Mitglieder der Gruppe gehörten eigentlich zu einem mehrköpfigen erfolgreichen jugoslawischen Chor mit dem Namen Pepel in Kri, der wegen des EBU-Reglements auf sechs Personen reduziert wurde.

Die 18-jährige Simone Drexel aus St. Gallen in der Schweiz philosophierte über das japanische Spiel „Mikado“ und die Umsetzung dessen Regeln im wirklichen Leben. Der Text allein war einen respektablen sechsten Platz wert.

Nicole Rieu aus Frankreich lobte in ihrer hymnischen Ballade  „Et bonjour à toi l´artiste“ die Welt der Künstler jeglicher Art, die durch ihre Werke das Leben einfach schöner machen. Die Italiener setzten auf die Sieger von Canzonissima 1975, Wess & Dori Ghezzi, die für den farblichen Kontrast des Abends sorgten (schwarz & weiß). Sie landeten auf dem dritten Rang.

Duarte Mendes aus Portugal ging mit Startnummer 16 an den Start. Dort sollte er auch bleiben. Mit 16 erhaltenen Punkten blieb er auf Platz 16 hängen. (3×16, ein einzigartiger Zufall).  Er hatte sein Lied „Madrugaga“ (Morgendämmerung) der friedlichen Nelkenrevolution 1974 gewidmet.

Die deutsche Teilnehmerin Joy Fleming konnte leider vom neuen Wertungsmodus nicht profitieren: Sie landete mit dem modernsten Song des Abends “Ein Lied kann eine Brücke sein”  ganz abgeschlagen auf dem 17. Rang. Dies war das schlechteste Ergebnis, das je ein deutscher Beitrag erzielt hatte. Der Auftritt stand unter keinem guten Stern. Dirigent und Komponist des Liedes Rainer Pietsch stampfte sich lautstark durch das Intro, der Ton war schlecht, und das Joy Fleming aufgezwungene unvorteilhafte Kleid tat das Übrige.

Die holländische Gruppe Teach-In, angeführt von der österreichischen Sängerin Getty Kaspers, befand sich ganz auf den Spuren des Vorjahressiegers und holte den vierten und bis heute letzten Sieg für die Niederlande. Teach-In war aber bei weitem nicht so erfolgreich wie ABBA. 

 DIE TEILNEHMENDEN

1. Niederlande

Teach-In "Ding-A-Dong"
M.: Dick Backer
T.: Wil Luikinga,
Eddy Owens
D.: Harry van Hoof
2.
Irland

The Swarbriggs „That’s What Friends
Are For“
M. & T.:
Tommy & Jimmy Swarbrigg
D.: Colman Pearce
3.
Frankreich

Nicole Rieu ”Et bonjour à toi
l’artiste“
M.: Jeff Barnel
T.: Pierre Delanoë
D.: Jean Musy
4.
Deutschland
Joy Fleming
„Ein Lied kann eine
Brücle sein“
M.: Rainer Pietsch
T.: Michael Holm
D.: Rainer Pietsch
5.
Luxemburg
Géraldine „Toi“
M.: Bill Martin,
Phil Coulter
T.: B.Martin,
P. Coulter,
Pierre Cour
D.: Phil Coulter
6.
Norwegen

Ellen Nikolaysen "Touch My Life
With Summer"
M.: Svein Hundsnes
T.: Svein Hundsnes
D. Carsten Klouman
7.
Schweiz

Simone Drexel "Mikado"
M & T.:
Simone Drexel
D.: Peter Jacques
8.
Jugoslawien

Ashes & Blood "Dan ljubezni"
M.: Tadej Hrusovar
T.: Dusan Verlkaverh
D.: Marijo Rijavec
9.
Ver. Königreich

The Shadows „Let Me Be The One“
M.: Paul Curtis
T.: Paul Curtis
D.: Alyn Ainsworth
10.
Malta

Renato "Singing This Song"
xM.: Sammy Galea
T.: M. Iris Mifsud
D.: Vince Tempera Grima
11.
Belgien

Ann Christy „Gelukkig zijn /
Could It Be Happiness“
M. & T.:
Mary Boduin
D.: Francis Bay
12.
Israel

Shlomo Artzi "At ve*ani"
M.: Shlomo Artzi
T.: Ehud Manor
D.: Eldad Shrem
13.
Türkei

Semiha Yanki „Seninle bir dakika“
M.: Kemal Ebcioglu
T.: Hikmet Münir Ebcioglu
D.: Timur Selcuk
14.
Monaco

Sophie „Une chanson
c’est une lettre“
M.: André Popp
T.: Boris Bergman
D.: André Popp
15.
Finnland

Pihasojttajat "Old Man FIddle"
M.: Kim Kuusi
T.: Hannu Karlsson
D.: Ossi Runne
16.
Portugal

Duarte Mendes "Madrugada"
M. & T.:
José Luis Tinoco
D.: Pedro Osorio
17.
Spanien

Sergio & Estibaliz "Tu volveras"
M. & T.:
Juan Carlos Calderon
D.: Juan Carlos Calderon
18.
Schweden

Lars Berghagen "Jennie, Jennie"
M. & T.:
Lars Berghagen
D.: Lars Samuelson
17.
Italien

Wess & Dori Ghezzi "Era"
M.: Shel Shapiro
T.: Andra Lo Vecchio
D.: Pier Natale Massara