Halle

Großer Festsaal der Hofburg

Moderation

Erika Vaal

Wertung

10 Juror*innen pro Land – Jedes Jurymitglied benennt seinen Favoriten

Teilnehmer

17 Länder

Sieger

Vereinigtes Königreich

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
11. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Sandie Shaw Puppet On A String
47 1.
17. Irland
Irland Sean Dunphy If I Could Choose
22 2.
3. Österreich
Österreich Peter Horten Warum es hunderttausend Sterne gibt
3 2.
13. Norwegen
Norwegen Kirsti Sparboe Dukkeman
13 2.
4. Frankreich
Frankreich Noëlle Cordier Il doit faire beau là-bas
20 3.
8. Finnland
Finnland Fredi Varjoon – suojaan
8 3.
2. Luxemburg
Luxemburg Vicky L'amour est bleu
17 4.
14. Monaco
Monaco Minouche Barelli Boum Badaboum
10 5.
12. Spanien
Spanien Raphael Hablemos del amor
9 6.
10. Belgien
Belgien Louis Neefs Ik heb zorgen
8 7.
9. Deutschland
Deutschland Inge Brück Anouschka
9 7.
15. 🇯🇬
Jugoslawien Lado Leskovar Vse roze sveta
15 7.
7. Schweden
Schweden Östen Warnerbring Som en dröm
7 8.
16. Italien
Italien Claudio Villa Non andare piu lontano
4 11.
5. Portugal
Portugal Eduardo Nascimento O vento mudou
3 12.
1. Niederlande
Niederlande Therese Steinmetz RInge DInge
2 14.
6. Schweiz
Schweiz Géraldine Quel cœur was-tu briser?
0 17.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Die Schauspielerin Erika Vaal moderierte den ESC im Großen Festsaal der Wiener Hofburg. Ihre Moderation war gekennzeichnet von „Pleiten, Pech und Pannen“. Die (Zitat) „Technical Disorder“ begleitete sie während der Sendung. Bereits vor der letzten Wertungsabgabe erklärte sie versehentlich Sandie Shaw zur Siegerin!

Dennoch wurde sie nach dem ESC vom neugegründeten Radiosender Ö3 als Moderatorin verpflichtet, u.a. für eine Sendung mit lateinamerikanischer Musik, da sie einige Jahre in Mexico gelebt hatte. Erika Vaal verstarb 2013 im Alter von 86 Jahren.

FAZIT

Das Ergebnis des vorigen Jahres sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Es war ja auch sehr offensichtlich, dass man nicht mehr nur die Songs bewertete, sondern auch die Länder. Die „skandinavische Allianz“ wie auch die Zusammenarbeit der Südländer oder auch die der Iren und Briten zeigten, dass das seit 1964 eingeführte Wertungssystem nicht gerecht funktionierte. Um weitere Kritik über diesen Punkt zu vermeiden, beschlossen die Verantwortlichen der EBU, auf das Wertungssystem aus den Jahren von 1957 bis 1961  zurückzugreifen. Jeder Juror konnte also nur einen Punkt für den eigenen Favoriten vergeben.  Es gab jetzt auch die neue Regel, dass mindestens die Hälfte der nationalen Juroren jünder als 30 Jahre alt sein musste.

Die Künstler aus 17 Ländern stellten sich in der Wiener Hofburg der Konkurrenz. Sie alle wurden erstmals vom einzigen ESC-Gewinner Österreichs, Udo Jürgens, musikalisch begrüßt, bevor sich die Moderatorin des Abends, Erika Vaal, ans Werk machte.

Therese Steinmetz aus Holland konnte die Durststrecke der holländischen Interpreten seit Anfang der 1960er Jahre auch nicht beenden. Der Österreicher Peter Horten fragte sich „Warum es hunderttausend Sterne gibt“, er konnte aber den gewonnenen Titel nicht verteidigen. Die Schweizerin Géraldine stellte den Juroren die Frage „Wessen Herz sie brechen wollten“ („Quel coeur vas–tu briser“) “ – deren akustisches System wurde anscheinend von der Gesangskunst der 20-Jährigen, bis dato Chorsängerin, beschädigt, so dass sie keinen einzigen Punkt bekam.

Kirsti Sparboe aus Norwegen blieb genauso erfolglos wie bei ihrer ersten Teilnahme 1965, und auch der schwergewichtige Fredi aus Finnland kam über einen zwölften Rang nicht hinaus. Am besten machte es der Schwede Östen Warnerbring, der sich gemeinsam mit Inge Brück aus Deutschland den achten Platz teilte. Inge Brück galt nach ihrem Sieg mit „Frag´ den Wind“ beim Internationalen Schlagerfestival von Rio de Janeiro 1966 als der kommende Star in Deutschland, und sie wurde sofort auch für den Song Contest engagiert, wo sie über das weinende Mädchen „Anouschka“ sang. Diesen Platz erreichte auch Lado Leskovar aus Jugoslawien, dessen Lied „Vse roze sveta“ man als das schmerzvollste und traurigste Lied der langjährigen ESC-Geschichte bezeichnen könnte.

Hochdramatisch war auch der spanische Beitrag „Hablemos del amor“ (Lass uns über Liebe sprechen), gesungen vom Vorjahresvertreter Raphael, der sich vom siebten Rang auf den sechsten Platz verbesserte. Claudio Villa ging auch bereits zum zweiten Mal ins Rennen, und er war der aktuelle Sanremo-Gewinner mit „Non a pensare a me“. In Wien sang er aber „Non andare piu lontano“ (Geh nicht weiter weg), er selbst fand sich aber nach Beendigung des Wettbewerbs ganz abgeschlagen auf dem elften Rang wieder. Diese Lieder, die nur von ihrer Dramaturgie lebten, waren nicht mehr zeitgemäß.

Wesentlich temperamentvoller und außergewöhnlicher ging es beim Beitrag aus Monaco zu. Serge Gainsbourg, Komponist des Siegertitels von 1965, ließ sich wieder etwas ganz Neues einfallen und schrieb das Lied „Boum Badaboum“, das seiner Zeit voraus war . Minouche Barelli interpretierte diesen Song, sie konnte aber nicht an den Erfolg von France Gall anknüpfen. Sie wurde Fünfte.

Den vierten Platz belegte die 17-jährige Griechin Vassiliki Papathanassiou alias Vicky (Leandros), die für Luxemburg ins Rennen ging. Die in Deutschland lebende Künstlerin wurde von André Popp und Pierre Cour als Interpretin ihres Songs „L´amour est bleu“ ausgewählt, und sie gehörte im Vorfeld des Festivals zum engeren Favoritenkreis. Vickys Stimme war zwar schon beeindruckend, es fehlt ihr jedoch noch die nötige Erfahrung für das Spiel mit der Kamera und dem Publikum. Fünf Jahre später war sie aber schon ein Profi. Ihr Beitrag hielt sich unmittelbar nach dem Song Contest in seiner Instrumentalversion von Paul Mauriat fünf Wochen lang an der Spitze der amerikanischen Charts und wurde zum Evergreen.

Sandie Shaw

war 1967 bereits keine Unbekannte mehr. 1964 hatte sie schon ihren ersten Nr.1- Hit mit „Girl Don´t Come“ und 1966 einen weiteren mit „Long Live Love“. Geboren am 26.02.1947 in Dagenham in England, wurde sie von Adam Faith entdeckt und erfolgreich gefördert. 1967 fiel die Wahl der BBC angesichts ihrer Erfolge auf sie als Vertreterin. Der Titel „Puppet On A String“ hatte es in sich. Sandie Shaw sang es barfüßig und zwar so überzeugend, dass es nach ihrem Auftritt keinen Zweifel mehr gab über den Sieger des Wettbewerbs. Trotz des riesigen Vorsprungs zeigte sie sich sehr angespannt und konnte ihren Sieg erst nach der offiziellen Ankündigung ihres Namens verarbeiten. Sie holte somit den ersten Sieg für das Vereinigte Königreich, das seit 1959 fünf Mal auf dem zweiten Platz gelandet war.

DIE TEILNEHMENDEN

1.
Niederlande

Therese Steinmetz „Ringe Dinge“
M.: Johnny Holshuysen
T.: Gerrit den Braber
D.: Dolf van der Linden
2.
Luxemburg

Vicky „L’amour est bleu“
M.: André Popp
T.: Pierre Cour
D.: Johannes Fehring
3.
Österreich

Peter Horten ”Warum es hunderttausend
Sterne gibt“
M.: Kurt Peche
T.: Karin Bogner
D.: Johannes Fehring
4.
Frankreich
Noëlle Cordier
„Il doit faire beau
là-bas“
M.: Hubert Giraud
T.: Pierre Delanoë
D.: Franck Pourcel
5. Portugal

Eduardo Nascimento „O vento mudou“
M.: Nuno Nazaré Fernandes
T.: João Magalhaes Pereira
D.: Armando Tavares Belo
6.
Schweiz

Géraldine „Quel cœur vas tu briser?“
M.: Daniel Faure
T.: Gerard Gray
D.: Hans Moeckel
7.
Schweden

Östen Warnerbring „Som en dröm“
M.&.T.:
Patrice Hellberg,
Curt Peterson,
Marcus Österdahl
D.: Mats Olson
8.
Finnland

Fredi „Varjoon – suojaan“
M.: Lasse Mårtenson
T.: Alvi Vuorinen
D.: Ossi Runne
9.
Deutschland

Inge Brück „Anouschka“
M. & T.:
Hans Blum
D.: Willy Berking
10.
Belgien

Louis Neefs „Ik heb zorgen“

M.: Paul Quintens
T.: Phil van Cauwenbergh
D.: Francis Bay
11.
Ver. Königreich

Sandie Shaw „Puppet On A String“
M.&.T.:
Bill Martin & Phil Coulter
D.: Kenny Woodman
12.
Spanien

Raphael
"Hablemos del amor"
M. & T.:
Manuel Alejandro
D.: Manuel Alejandro
13.
Norwegen

Kirsti Sparboe „Dukkeman“
M.: Tor Hultin
T.: Ola B. Johannessen
D.: Øivind Bergh
14.
Monaco

Minouche Barelli „Boum badaboum“
M. & T:
Serge Gainsbourg
D.: Aime Barelli
15.
Jugoslawien

Lado Leskovar „Vse roze sveta“
M.: Urban Koder
T.: Milan Lindić
D.: Mario Rijaveć
16.
Italien

Claudio Villa "Non andare piu lontano"
M.: G. Mesoli
T.: V. Pallavicini
D.: Giancarlo Chiaramello
17.
Irland

Sean Dunphy „If I Could Choose“
M.: Michael Coffey
T.: Wesley Burrowes
D.: Noel Kelehan

DIE WERTUNG