Halle
Royal Albert Hall
Moderation
Catherine Boyle
Wertung
10 Juror*innen pro Land – Jedes Jurymitglied benennt seinen Favoriten
Teilnehmer
17 Länder
Sieger
Spanien

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE
| Finale | |||
|---|---|---|---|
|
15.
|
Spanien Massiel
La la la
|
29 | 1. |
|
2.
|
Niederlande Ronnie Tober
Morgen
|
2 | 1. |
|
12.
|
Vereinigtes Königreich Cliff Richard
Congratulations
|
28 | 2. |
|
6.
|
Schweiz Gianni Mascolo
Guardando il sole
|
6 | 2. |
|
13.
|
Norwegen Odd Børre
Stress
|
13 | 2. |
|
10.
|
Frankreich Isabelle Aubret
La source
|
20 | 3. |
|
14.
|
Irland Pat McGeegan
Chance Of A Lifetime
|
18 | 4. |
|
8.
|
Schweden Claes-Göran Hederström
Det boerjar verka kaerlek, banne mej
|
15 | 5. |
|
1.
|
Portugal Carlos Mendes
Verão
|
1 | 5. |
|
16.
|
Deutschland Wencke Myhre
Ein Hoch der Liebe
|
11 | 6. |
|
3.
|
Belgien Claude Lombard
Quand tu reviendras
|
8 | 7. |
|
7.
|
Monaco Line & Willy
A chacun sa chanson
|
7 | 8. |
| 17. 🇯🇬 |
Jugoslawien Dubrovnik Troubadours
Jedan dan
|
17 | 8. |
|
11.
|
Italien Sergio Endrigo
Marianne
|
7 | 10. |
|
5.
|
Luxemburg Chris Baldo & Sophie Garel
Nous vivrons d'amour
|
5 | 11. |
|
4.
|
Österreich Karel Gotti
Tausend Fenster
|
2 | 13. |
|
9.
|
Finnland Kristina Hautala
Kun kello käy
|
1 | 16. |
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Der Song Contest aus London war der erste, der in Farbe übertragen wurde, und der Wettbewerb war damit um eine Attraktion reicher. Alle Intervisionsländer strahlten – direkt oder als Aufzeichnung – das Musikereignis des Jahres aus. Auch Tunesien war live zugeschaltet.

All diese Fernsehzuschauer plus das Publikum in der Royal Albert Hall wie auch die Delegationen der 17 Teilnehmerländer wurden von einer guten alten Bekannten begrüßt:
Catherine (Katie) Boyle
moderierte bereits zum dritten Mal den Song Contest, und sie ist die einzige Moderatorin, die so oft durch einen Eurovisionswettbewerb führte (mit 1974 insgesamt viermal).
FAZIT
Alle Künstler wurden unmittelbar kurz vor ihrem Auftritt hinter der Bühne gezeigt. Eigentlich rechnete das Publikum mit einem eher langweiligen und einseitigen Wettbewerb – dank eines einzigen Künstlers kam es jedoch anders.
Carlos Mendes aus Portugal überzeugte mit seinem Sommerlied („Verão“) nicht so richtig. Ronnie Tober aus den Niederlanden sang über die Probleme der Generation der 1960er Jahre, die anscheinend keinen Menschen interessierten, und landete sang- und klanglos auf dem sechzehnten Platz zusammen mit Kristina Hautala aus Finnland.
Odd Børre aus Norwegen sang ein wirklich zum Abhören stressiges Lied („Stress“. Seine Freude über diese Teilnahme, die nur bedingt durch den Rückzug des nationalen Siegertitels zu Stande kam, hielt nicht lange an – wie auch die von Karel Gott, genannt „die goldene Stimme von Prag“, der für Österreich ins Rennen ging. Sein poetisches Lied „Tausend Fenster“ über die Einsamkeit in den großen Städten wurde von keinem Geringeren geschrieben als Udo Jürgens. Die Verantwortlichen des ORF rechneten mit einer Platzierung ganz vorne, desto größer war die Enttäuschung, als es nur zum dreizehnten Platz reichte gemeinsam mit Gianni Mascolo aus dem Land der Eidgenossen, der Schweiz.
Die Gewinnerin von 1962, Isabelle Aubret, vertrat Frankreich zum zweiten Mal, nachdem sie Guy Bonnet, den Texter und ursprünglichen Interpreten des Liedes „La Source“ verdrängt hatte. Das französische Fernsehen wollte von einem prominenten Namen vertreten werden, was bei Guy Bonnet zu diesem Zeitpunkt nicht der Fall war. So entschied man sich zunächst für Mireille Mathieu, die allerdings kurz vor dem ESC einen schweren Autounfall hatte, so dass die Siegerin von 1962, Isabelle Aubret, einsprang. Sie konnte ihren Sieg nicht wiederholen.
Die gebürtige Norwegerin Wencke Myhre wurde nach einigen Kontroversen zur Vertreterin Deutschlands ernannt. Horst Jankowski schrieb das Lied „Ein Hoch der Liebe“, mit dem die Schlagerfestspiele-Siegerin von 1966 („Beiß nicht gleich in jeden Apfel“) in London auftreten durfte. Die Titelzeile „Ein Hoch der Liebe“ wurde im Refrain in vier Sprachen wiederholt, und das war als eine Verbeugung vor den internationalen Jurys gedacht. Das Konzept ging auf, und Wencke Myhre wurde in ihrem gelben Kleid Sechste. Leider gab es keine Punkte aus dem eigenen Heimatland, aber dafür vom Nachbarn Schweden, das von Claes-Göran Hederström vertreten wurde. Er brachte als erster Interpret an diesem Abend das Publikum zum Swingen. Er wurde jedoch nur Fünfter hinter Isabelle Aubret und dem Iren Pat McGeegan.
„Erdbeben“ in der Royal Albert Hall: Schon bei der Ankündigung des Namens Cliff Richard tobte die Halle. Der Weltstar des Abends betrat die Bühne, und der Jubel nahm kein Ende. Es konnte nur einen Sieger geben, nämlich die Hitkanone Cliff Richard und sein britischer Beitrag „Congratulations“. Mädchen gerieten in Hysterie, das Publikum hörte mit dem Applaus nicht auf, und alle anderen Teilnehmer kamen sich vor wie Statisten. Wer sollte ihn schlagen? Sein Lied, seit einigen Wochen Nr. 1 in Großbritannien und mittlerweile auch im restlichen Europa auf dem Weg nach oben, schien unschlagbar. Einen wichtigen Punkt hatte man aber vergessen: die Juroren. Oft waren Publikum und die Jurys unterschiedlicher Meinung, vergleichbar mit dem Eiskunstlauf. Wieso sollte es diesmal anders sein? Den abergläubischen Cliff sah man während der Proben nur mit Kopfhörern herumlaufen, denn er wollte keinen Beitrag der Konkurrenz vorher hören. Bei der spannenden Wertung führte das Ver. Königreich noch kurz vor Schluss, erst durch die vorletzte Wertung aus Deutschland schob sich Massiel aus Spanien vor Cliff Richard.
So stimmten insgesamt 29 Juroren für die Spanierin Massiel, sechs allein aus Deutschland, und nur 28 wollten das Idol tausender Jugendlicher ganz oben sehen. Katie Boyle bat sogar die letzte Jury aus Jugoslawien, ihre Wertung zu wiederholen, in der Hoffnung, einen Fehler zu entdecken, aber es war nichts zu machen. Das Publikum war enttäuscht und konnte nur mit Fassung den Sieg der 21-jährigen Spanierin Maria de los Angeles Santamaria, alias Massiel, ertragen, die sich ihrerseits nach diesem unerwarteten Erfolg nur glücklich schätzen konnte.
Auf Aufforderung des spanischen Fernsehens hatte sie ihre Südamerikatournee unterbrochen und war aus Mexiko zurück nach Madrid geflogen, wo ihr mitgeteilt wurde, den Song „La, la, la“ beim ESC 1968 in London zu singen. Ursprünglich war Juan Manuel Serrat als Interpret vorgesehen. Er wollte jedoch den Titel in der katalanischen Sprache singen, was für Francos Spanien unvorstellbar gewesen wäre. Ganz schnell entschieden sich die Verantwortlichen der TVE für Massiel, die nach ihrem Sieg 1966 beim Schlagerfestival von Mallorca mit dem Titel „Rufo el pescador“ einen sehr guten Ruf in Spanien genoss. Diese Entscheidung war ein Volltreffer. Massiel schaffte das Wunder von London, versetzte mit ihrem Sieg ein ganzes Land in Trauer und brachte Millionen Teenies zum Weinen. Sie hat den „King“ Cliff Richard entthront. Sie war die Heldin Spaniens, aber ein dauernder Erfolg blieb ihr versagt.
DIE TEILNEHMENDEN
|
1.
Portugal Carlos Mendes „Verão“ | M.: Pedro Vas Osorio T.: José Alberto Diogo D.: Joaquim Luis Gomes | |
| 2.
Niederlande Ronnie Tober „Morgen“ | M.: Joop Stokkermans T.: Theo Strengers D.: Dolf van der Linden | |
| 3.
Belgien Claude Lombard ”Quand tu reviendras“ | M.: Jo van Wetter T.: Roland Dero D.: Henri Segers | |
| 4.
Österreich Karel Gott „Tausend Fenster“ | M.: Udo Jürgens T.: Walter Brandin D.: Robert Opratko | |
| 5.
Luxemburg Chris Baldo & Sophie Garel „Nous vivrons d’amour“ | M.: Carlos Lereche T.: Jacques Demarny D.: André Boroly Belo | |
| 6.
Schweiz Gianni Mascolo „Guardando il sole“ | M.: Aldo D’Addario T.: Sanzio Chiesa D.: Mario Robbiani | |
| 7.
Monaco Line & Willy „A chacun sa chanson“ | M.: Jean Claude Olivier T.: Roland Valade D.: Michel Colombier | |
| 8.
Schweden Claes–Göran Hederström „Det boerja verka kaerlek – banne mej“ | M.: Peter Himmelstrand T.: Peter Himmelstrand D.: Mats Olson | |
| 9.
Finnland Kristina Hautala „Kun kello käy“ | M.: Esko Linnavalli T.: Juha Vainio D.: Ossi Runne | |
| 10.
Frankreich Isabelle Aubret „La source“ | M.: Daniel Faure T.: Guy Bonnet, Henri Dijan D.: Alain Goraguer | |
| 11.
Italien Sergio Endrigo „Marianne“ | M.: Sergio Endrigo T.: Sergio Endrigo D.: Giancarlo Chiaramello | |
| 12.
Ver. Königreich Cliff Richard "Congratulaitons" | M.&.T.: Bill Martin & Phil Coulter D.: Norrie Paramor | |
| 13.
Norwegen Odd Børre „Stress“ | M.: Tor Hultin T.: Ola B. Johannessen D.: Øivind Bergh | |
| 14.
Irland Pat McGeegan „Chance Of A Lifetime“ | M.: John Kennedy T.: John Kennedy D.: Noel Kelehan | |
| 15.
Spanien Massiel „La la la“ | M.&.T.: Ramon Arcusa, Manuel de la Calva D.: Rafael Ibarbiać | |
| 16.
Deutschland Wencke Myhre "Ein Hoch der Liebe" | M.: Horst Jankowski T.: Curt J. Schäuble D.: Horst Jankowski | |
| 17.
Jugoslawien Dubrovnik Troubadours „Jedan dan“ | M.: Djelo Jusić, Stipica Kaldjera T.: Stijepo Strazicić T.: Stijepo Strazicić | |
DIE WERTUNG

