Halle

Nederlands Congresgebouw

Moderation

Corry Brokken

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1

Teilnehmer

18 Länder

Sieger

Vereinigtes Königreich

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
1. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Brotherhood Of Man Save Your Kisses For Me
164 1.
17. Frankreich
Frankreich Cathérine Ferry Un, deux, trois
147 2.
16. Monaco
Monaco Mary Christy Toi, la musique et moi
93 3.
2. Schweiz
Schweiz Peter, Sue & Marc Djambo, Djambo
91 4.
14. Österreich
Österreich Waterloo & Robinson My Little World
80 5.
4. Israel
Israel Chocolate Menta Mastik Emor shalom
77 6.
13. Italien
Italien Romina Power & Al Bano Noi lo rivivremo di nuovo / We Live It All Again
69 7.
6. Belgien
Belgien Pierre Rapsaet Judy & Cie.
68 8.
8. Niederlande
Niederlande Sandra Reemer The Party's Over
56 9.
7. Irland
Irland Red Hurley When
54 10.
11. Finnland
Finnland Fredi & Friends Pump-Pump
44 11.
15. Portugal
Portugal Carlos do Carmo Uma flor de verde pinho
24 12.
10. Griechenland
Griechenland Mariza Koch & Dimitris Zouboulis Panaghia mou, panaghia mou
20 13.
5. Luxemburg
Luxemburg Jürgen Marcus Chansons pour ceux qui s'aiment
17 14.
3. Deutschland
Deutschland Les Humphries Singers Sing Sang Song
12 15.
12. Spanien
Spanien Braulio Sobran las palabras
11 16.
9. Norwegen
Norwegen Anne-Karine Strøm Mata Hari
15 17.
18. 🇯🇬
Jugoslawien Ambasadori Ne mogu skriti svoju bol
18 18.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Im Nederlands Congresgebouw in Den Haag begrüßte die ESC Siegerin von 1957, Corry Brokken als Moderatorin die 18 Teilnehmer des ESC 1976. 33 Nationen strahlten das Musikereignis des Jahres live aus, unter anderem auch Liechtenstein, dessen Teilnahme von der EBU nicht genehmigt wurde. Denn das kleine Fürstentum besaß weder einen Radiosender noch eine TV-Gesellschaft. So musste der im November 1975 in Vaduz gewählte Titel “My Little Cowboy”, gesungen von Biggi Bachmann, zurückgezogen werden.

Die Türkei übertrug auch live, das türkische Fernsehen blendete jedoch regelwidrig aus der Sendung aus, als der Beitrag Griechenlands gebracht wurde. Das politisch orientierte Lied “Panaghia mou, panaghia mou” über die Zerstörung Zyperns sorgte schon im Vorfeld für Aufregung: „Ein Stück Land voll mit Apfelsinenbäumen, entlang breiten sich die Olivenbäume aus. Die Strände um das Land sind aus Gold und der Abglanz blendet dich. Und wenn ihr eines Tages an diesen Ort kommt und mehrere Zelte nebeneinander seht, wird es kein Camping für Touristen sein. Es ist nur ein Flüchtlingslager.“ Die Türken protestierten gegen die Teilnahme Griechenlands und stiegen schließlich aus dem Wettbewerb aus.

Malta blieb dem Contest wegen Erfolglosigkeit fern, und Schweden zeigte kein Interesse. Das musikalische Angebot sei zu minderwertig für das schwedische Fernsehen. Österreich kehrte zurück.

Die Regeln für das Orchester änderten sich: Erstmals durfte auch ein instrumentales Playback benutzt werden, falls der erwünschte Sound nicht durch ein Orchester produziert werden konnte.

Corry Brokken hatte 1957 den ESC in Frankfurt gewonnen mit dem Titel „Net als toen“ und nahm auch 1958 noch einmal teil, allerdings ohne Erfolg. Sie arbeitete außer als Sängerin auch als Radio-und Fernsehmoderatorin. Außer in ihrer Heimat war sie auch in Deutschland als Schlagersängerin sehr erfolgreich. Nach der ESC-Moderation 1976 studierte sie Jura und arbeitete dann als Richterin. In den 1990er Jahren hatte sie nebenbei noch einige Auftritte als Sängerin. Sie starb 2016 im Alter von 84 Jahren. 

FAZIT

Deutschland musste die Zweitplatzierten der nationalen Endausscheidung, die „Les Humphries Singers“, ins Rennen schicken. Tony Marschall wurde kurz nach seinem Sieg  disqualifiziert. Die in München lebende Sängerin Nizza Thobi behauptete, sie habe den Siegertitel “Der Star” in der Zeit vom 21.03 bis 09.05.1973 bei öffentlichen Auftritten vorgetragen, sogar mit Einverständnis des Autors Detlef Petersen. Das Lied war außerdem bei der GEMA gemeldet.

Finnland schickte wie auch 1967 Fredi ins Rennen. Anne Karin Strøm vertrat Norwegen zum dritten Mal mit dem Lied “Mata Hari”. Ihr Auftritt mit riesiger Sonnenbrille sollte zwar kultig sein, ihr aber kein Glück bringen.

Für die Schweiz ging das inzwischen auch in Deutschland und Österreich bekannte Trio Peter, Sue & Marc an den Start. Sandra Reemer – 1972 gemeinsam mit André für die Niederlande ins Rennen gegangen – vertrat den Gastgeber.

Der portugiesische Beitrag „Uma flor de verde pinho“ war mit Abstand das anspruchvollste Lied des Abends. Es handelte von einem Maler, dessen Gemälde seine Gefühle widerspiegelten und alle seine Gedanken darstellten. Das Lied wurde von José Niza und Miguel Algere geschrieben. Beide waren Abgeordnete der Sozialistischen Partei. Das Lied erreichte politische Bedeutung in Portugal in Bezug auf das Ende der Diktatur.

Jürgen Marcus sang Lieder, für die, die sich lieben („Chansons pour ceux qui s´aiment“) für Luxemburg, nachdem er in den zwei Jahren davor an der Vorentscheidung in Deutschland erfolglos teilgenommen hatte.

Die Österreicher fanden wieder Freude am ESC und schickten das bekannte Duo Waterloo & Robinson ins Rennen. Deren Lied „My Little World“ gehörte zu den Anwärtern auf den Sieg, wie auch das Lied aus Monaco „Toi, la musique et moi“. Der österreichische Beitrag kam nur auf Platz 5. Für Mary Cristy aus Monaco reichte es zum dritten Platz. 

Die britische Band Brotherhood of Man mit „Save Your Kisses For Me“ ging als Erste ins Rennen und konnte das Feld schon von Beginn an räumen. Nach einem Kopf-an-Kopf- Rennen bis zur Hälfte der Wertungen mit dem französischen Beitrag “Un, deux, trois” setzten sich die Briten ab und holten den dritten Sieg für das Vereinigte Königreich. Der Siegertitel wurde ein großer internationaler Hit, es wurden ungefähr 6 Millionen Platten verkauft. Bis heute ist dieses Lied eines der erfolgreichsten Siegerlieder.

 DIE TEILNEHMENDEN

1.
Ver. Königreich

Brotherhood of Man „Save Your Kisses
For Me“
M. & T.:
Tony Hiller,
Lee Sheridan,
Martin Lee
D.: Alyn Ainsworth
2.
Schweiz

Peter, Sue & Marc „Djambo, Djambo“
M. & T.:
Peter Reber
D.: Mario Robbiani
3.
Deutschland

Les Humphries Singers ”Sing Sang Song“
M.: Ralph Siegel
T.: Kurt Hertha
D.: Les Humpries
4.
Israel
Chocolate Menta Mastik
„Emor shalom“
M.: Caspi Matti
T.: Ehud Manor
D.: Caspi Matti
5.
Luxemburg
Jürgen Marcus „Chansons pour ceux
qui s’aiment“
M.: Jack Withe
T.: Vline Buggy,
Fred Jay
D.: Jo Plee
6.
Belgien

Pierre Rapsaet "Judie et Cie"
M.: Pierre Rapsat
T.: Eric van Hulse
D.: Michel Bernholc
7.
Irland

Red Hurley "When"
M. & T.:
Brendan J. Graham
D.: Noel Kelehan
8.
Niederlande

Sandra Reemer "The Party's Over"
M. & T.:
Hans van Hemert
D.: Harry van Hoof
9.
Norwegen

Anne-Karine Strøm „Mata Hari“
M.: Frode Thingnaes
T.: Philip Kruse
D.: Frode Thingnaes
10.
Griechenland

Mariza Koch &
Dimitris Zouboulis
"Panaghia mou,
panaghia mou"

M.: Mariza Koch
T.: Stelios Fotiades
D.: Mike Rozakis
11.
Finnland

Fredi & Friends „Pump-pump“
M.: Matti Siitonen (Fredi)
T.: Vexi Salmi
D.: Ossi Runne
12.
Spanien

Braulio "Sobran las palabras"
M. & T.: Braulio
D.: Juan Barcons
13.
Italien

Romina Power &
Al Bano
„Noi lo rivivremo
di nuovo /
We Live It All Again“
M.: Detto Mariano
T.: Romina Power,
Al Bano
D.: Maurizio Fabrizio
14.
Österreich

Waterloo & Robinson „My Little World“
M. & T.:
Gerhard Heinz
D.: Dr. Erich Kleinschuster
15.
Portugal

Carlos do Carmo "Uma flor de verde pinho"
M.: Kim Kuusi
T.: Hannu Karlsson
D.: Ossi Runne
16.
Monaco

Mary Christy "Toi, la musique et moi"
M.: Georges Costa
T.: Gilbert Sinoué &
André Barse
D.: Raymond Donnez
17.
Frankreich

Cathérine Ferry "Un, deux, trois"
M.: Jean Paul Carra,
Tony Rallo
T.: Jean Paul Carra
D.: Tony Rallo
18.
Jugoslawien

Ambasadori "Ne mogu skriti
svoju bol"
M.: Slobodan Vujović
T.: Slobodan Djurasović
D.: Esad Arnautalić

DIE WERTUNG

 * Die 4 Punkte aus Jugoslawien wurden erst nach der Sendung übermittelt und blieben daher bei der Wertung unberücksichtigt.