Halle
Rudi-Sedelmayer-Halle
Moderation
Marlène Charrell
Wertung
11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1
Teilnehmer
20 Länder
Sieger
Luxemburg

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE
| Finale | |||
|---|---|---|---|
|
20.
|
Luxemburg Corinne Hermès
Si la vie est cadeau
|
142 | 1. |
|
16.
|
Israel Ofra Haza
Hi
|
136 | 2. |
|
4.
|
Schweden Carola Häggkvist
Främling
|
126 | 3. |
| 12. 🇯🇬 |
Jugoslawien Daniel
Džuli
|
125 | 4. |
|
14.
|
Deutschland Hoffmann & Hoffmann
Rücksicht
|
94 | 5. |
|
3.
|
Vereinigtes Königreich Sweet Dreams
I'm Never Giving Up
|
79 | 6. |
|
11.
|
Niederlande Bernadette
Sing Me a Song
|
66 | 7. |
|
1.
|
Frankreich Guy Bonnet
Vivre
|
56 | 8. |
|
2.
|
Norwegen Jahn Teigen
Do-Re-Mi
|
53 | 9. |
|
5.
|
Italien Riccardo Fogli
Per Lucia
|
41 | 11. |
|
17.
|
Portugal Armando Gama
Esta balada que te dou
|
33 | 13. |
|
10.
|
Griechenland Christie Stassinopoulou
Mou les
|
32 | 14. |
|
8.
|
Schweiz Mariella Farré
Io cosi' non ci sto
|
28 | 15. |
|
13.
|
Zypern Stavros & Constantina
I agapi ahoma zi
|
26 | 16. |
|
15.
|
Dänemark Gry Johansen
Kloden drejer
|
16 | 17. |
|
19.
|
Belgien Pas de Deux
Rendezu002du002dVous
|
13 | 18. |
|
6.
|
Türkei Cetin Alp & The Short Wave
Opera
|
0 | 19. |
|
7.
|
Spanien Remedios Amaya
Quien maneja mi barca
|
0 | 20. |
|
9.
|
Finnland Ami Aspelund
Fantasiaa
|
9 | 41. |
|
18.
|
Österreich Westend
Hurricane
|
18 | 53. |
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Die Erwartungen der Zuschauer an den Song Contest 1983 waren sehr hoch. 1957 fand schon einmal der ESC in Deutschland statt. Damals war alles noch anders. Der erste ESC der neuen Zeit aus Deutschland sollte das Ereignis des Jahres werden. Das Bühnenbild in der Rudi-Sedlmayer-Halle war angeblich nach dem letzten Standard der Technik konstruiert und bestand aus 65.000 Glühbirnen! Es mag zwar der Technik neuester Stand gewesen sein – für die Fernsehzuschauer war es aber eher unangenehm, drei Stunden lang ein Übermaß an Stahl in dunklen Brauntönen anzuschauen. Es wirkte einfach phantasielos, lieblos und kalt. Statt der gewohnten Einspielfilme (Postcards) zur Ankündigung der Beiträge gab es eine starre Einblendung des nächsten Ländernamens.
Zum Glück konnte das deutsche Publikum eine endgültige Blamage der Organisatoren retten. Es empfing jeden Teilnehmer mit viel Applaus und zeigte auch während der Punktvergabe starke Emotionen.

Die Moderation von Marlène Charell stieß auf herbe Kritik und Häme. Neben Blumenarrangements in den Landesfarben des jeweiligen Landes stehend, sagte sie die einzelnen Acts dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch an. Dabei wiederholte sich, zerstörte Namen von Komponisten, Interpreten oder auch von Titeln. Und als ob das nicht reichte, kam sie dann tanzend als Zwischenakt auf die Bühne. Der Gipfel wurde dann während der Wertung erreicht – unvergesslich: "Frankreich natürlich nur 2 Punkte". Peinlich!
Diese ausufernde Moderation führte dazu, dass der ESC 1983 der bis dato längste mit einer Dauer von über drei Stunden wurde!
Marlène Charell wurde in Winsen/Luhe als Angela Miebs geboren. Ihr Vater war Zirkusartist und ließ sie in Akrobatik, Ballett, Tanz, Gesang und Schauspiel ausbilden. 1962 verschaffte er ihr ein erstes Engagemen im Pariser Revuetheater „Folies Bergères“. Und damit begann eine internationale Karriere.
FAZIT
Zwanzig Länder fanden den Weg nach München. Guy Bonnet aus Frankreich war kein Unbekannter. Schon 1970 sang er für seine Heimat. Seinen vierten Platz von damals konnte er aber nicht verteidigen.
Für den norwegischen Superstar Jahn Teigen wurde seine dritte Teilnahme die erfolgreichste, und sie unterbrach die Durststrecke der norwegischen Beiträge seit 1973. Mit dem Song "Do Re Mi" landete er auf dem neunten Rang, punktgleich mit der extra für den Wettbewerb zusammengestellten österreichischen Gruppe Westend.
Gleiches gelang auch dem 25-jährigen jugoslawischen Vertreter Daniel Popovic, der mit dem selbst komponierten, fetzigen Song "Džuli" die Herzen der jungen Zuschauer eroberte und für frenetischen Applaus in der Halle sorgte. Als großer Favorit auf den Sieg ins Rennen gegangen, musste er sich am Ende mit Platz vier zufrieden geben. Seit 1962 war es aber die zweite TOP 5-Platzierung, die von einem jugoslawischen Beitrag erreicht wurde.
Italien schickte nach zweijähriger Pause den Sieger des Sanremo-Festivals von 1982, Riccardo Fogli, ins Rennen. Er musste seinen elften Platz mit Ami Aspelund aus Finnland (Schwester von Monica Aspelund, die 1977 teilnahm) teilen.
Für die Niederlande schrieb Piet Souer das Lied "Sing Me A Song". Piet Souer begleitete 1969 auf seiner Gitarre die holländische Gewinnerin Lenny Kuhr.
Die Schweiz versuchte es noch einmal auf Italienisch. Mariella Farré sang ein "Protestlied über ihren fünfzehnten Platz", "Io cosi' non ci sto" (Ich bin damit nicht einverstanden).
Für das Gastgeberland sangen die Gebrüder Hoffmann "Rücksicht". Sie konnten zwar den Titel nicht verteidigen, wurden jedoch mit dem fünften Platz belohnt. Ihren größten Erfolg konnten sie 1977 mit dem Titel "Himbeereis zum Frühstück" verbuchen. Auch der ESC-Beitrag war erfolgreich, aber auch gleichzeitig sehr verhängnisvoll für Günther Hoffmann. Denn ein Jahr später zerbrach der 33-jährige Künstler an der eingetretenen Erfolglosigkeit und verübte Selbstmord. Er sprang aus seinem Hotelzimmer in Rio de Janeiro, nachdem er sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Sein Bruder Michael arbeitete weiter als Produzent und Sänger.
Ofra Haza aus Israel gehörte neben Daniel aus Jugoslawien und der 16-jährigen Schwedin Carola Häggkvist, die einen Song über einen unbekannten Fremden sang, zum engeren Favoritenkreis. Am Ende fehlten der populärsten Sängerin der 1980er Jahre in Israel nur sechs Punkte zum Sieg, den die für Luxemburg gestartete Französin Corinne Hermès holte. Die damals 21-jährige, in Paris lebende ausgebildete Sängerin siegte überraschend, doch ihr Siegertitel "Si la vie est cadeau" konnte sich auf dem Musikmarkt nicht behaupten, während ihre Hauptkonkurrentin Ofra Haza fünf Jahre später den absoluten Durchbruch schaffte, als sie mit den Songs "Im nin´ alu" und "Galbi" zwei große Hits in den USA und Europa landete. Auch Carola Häggkvist stand am Anfang einer großen Karriere, deren weiterer Höhepunkt der Sieg 1991 beim ESC in Rom war. Danach avancierte sie zum Superstar in ihrer Heimat Schweden.
DIE TEILNEHMENDEN
|
1.
Franklreich Guy Bonnet „Vivre“ | M.: Guy Bonnet T.: Fulbert Cant D.: François Rauber | |
| 2.
Norwegen Jahn Teigen "Do-Re-Mi" | M.: Anita Skorgan, Jahn Teigen T.: Herodes Falks, Jahn Teigen D.: Sigurd Jansen | |
| 3.
Ver. Königreich Sweet Dreams ”I’m Never Giving Up“ | M.: Jahn Teigen T.: Kom Baard Hansen D.: Sigurd Jansen | |
| 4.
Schweden Carola Häggkvist ”Främling“ | M.: Lasse Holm T.: Monica Forsberg D.: Anders Ekdahl | |
| 5.
Italien Riccardo Fogli „Per Lucia“ | M.: Maurizio Fabrizio T.: Riccardo Fogli, Vinzenco Spampinato D.: Maurizio Fabrizio | |
| 6.
Türkei Cetin Alp & The Short Waves „Opera“ | M.: Bugra Ugur T.: Aysel Gürel D.: Bugra Ugur | |
| 8.
Spanien
Remedios Amaya
„Quien maneja mi barca“ | M.: José Miguel Evoras T.: Isidro Munoz D.: José Miguel Evoras | |
| 8.
Schweiz Mariella Farré „Io cosi‘ non ci sto“ | M.: Thomas Gonzenbach, Remo Kessler T.: Nella Martinetti D.: Robert Weber | |
| 9.
Finnland Ami Aspelund "Fantasiaa" | M.: Kari Kuusamo T.: Kaisu Liuhala D.: Ossi Runne | |
| 10.
Griechenland Christie Stassinopoulou „Mou les„ | M.: Antonis Plessas T.: Sophia Fildissi D.: Mimis Plessas | |
| 11.
Niederlande Bernadette "Sing Me a Song" | M.: Piet Souer T.: Martin Duiser D.: Piet Souer | |
| 12.
Jugoslawien Daniel "Dzulie" | M.: Daniel Popović T.: Mario Mihaljevic D.: Radovan Popović | |
| 13.
Zypern Stavros & Constantina "I agapi ahoma zi" | M. & T.: Stavros Sideras D.: Michalis Rozakis | |
| 14.
Deutschland Hoffmann & Hoffmann „Rücksicht“ | M.: Michael Reinecke T.: Volker Lechtenbrink D.: Dieter Reith | |
| 15.
Dänemark Gry Johansen „Kloden drejer“ | M.: F. Gernyx, C. Jakobsen, Lars Christensen T.: Flemming Gernyx, Christian Jakobsen D.: Allan Botschinsky | |
| 16.
Israel Ofra Haza "Hi" | M.: Avi Toledano T.: Ehud Manor D.: Nanssi Silviu Brandes | |
| 17.
Portugal Armando Gama „Esta balada que te dou“ | M. & T.: Armando Gama D.: Mike Sergeant | |
| 18.
Österreich Westend "Hurricane" | M.: Peter Vieweger T.: Heli Deinboek, Heinz Nessizius D.: Richard Österreicher | |
| 19.
Belgien Pas de Deux "Rendez-Vous" | M.: Walter Verdin T.: Paul Peyskens D.: Freddy Sunder | |
| 18.
Luxemburg Corinne Hermès "Si la vie est cadeau" | M.: Jean Pierre Millers T.: Alain Garcia D.: Michel Bernholc | |
DIE WERTUNG

