Halle

Malmö Isstadion

Moderation

Lydia Capolicchio & Harald Treutiger

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1

Teilnehmer

23 Länder

Sieger

Irland

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
17. Irland
Irland Linda Martin Why Me?
155 1.
16. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Michael Ball One Step Out of Time
139 2.
10. Malta
Malta Mary Spiteri Little Child
123 3.
19. Italien
Italien Mia Martini Rapsodia
111 4.
5. Griechenland
Griechenland Cleopatra Olou tou kosmou i elpida
94 5.
3. Israel
Israel Dafna Ze rak sport
85 6.
11. Island
Island Heart 2 Heart Nei eda já
80 7.
6. Frankreich
Frankreich Kali Monté la rivié
73 8.
23. Niederlande
Niederlande Humphrey Campbell Wijs me de weg
67 9.
15. Österreich
Österreich Tony Wegas Zusammen geh'n
63 10.
9. Zypern
Zypern Evridiki Teriazoume
57 11.
18. Dänemark
Dänemark Lotte Nilsson & Kenny Lübcke Alt det som ingen ser
47 12.
20. 🇯🇬
Jugoslawien Extra Nena Ljubim te pesmama
44 13.
1. Spanien
Spanien Serafin Todo esto es la música
37 14.
13. Schweiz
Schweiz Daisy Auvray Mister Music Man
32 15.
22. Deutschland
Deutschland Wind Träume sind für alle da
27 16.
8. Portugal
Portugal Dina Amor d'agua fresca
26 17.
21. Norwegen
Norwegen Merete Trøan Visjoner
23 18.
4. Türkei
Türkei Aylin Vatankos Yaz bitti
17 19.
2. Belgien
Belgien Morgane Nous on veut des violons
11 20.
14. Luxemburg
Luxemburg Marion Welter Sou fräi
10 21.
7. Schweden
Schweden Christer Björkman I morgon är en annan dag
9 22.
12. Finnland
Finnland Pave Yamma-Yamma
4 23.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Mit einer Computeranimation zeigte das schwedische Fernsehen den Millionen Fernsehzuschauern den Standort des Song Contests 1992. Eine Reise, die von Rom startete und im Eisstadion von Malmö endete. Die Niederlande machten nach der kleinen Pause im vorigen Jahr wieder mit, so dass die Teilnehmerzahl auf 23 stieg – ein Rekord.

Die Delegationen all dieser Nationen wurden von der Fernsehmoderatorin Lydia Capolicchio und von Harald Treutiger begrüßt, allerdings mit einer gewissen nordischen Kühle und Distanz. Vorjahres-Siegerin Carola präsentierte ihr neues Lied „All The Reasons To Live“, und sie überreichte dem amtierenden EBU–Generalsekretär Frank Naef einen Blumenstrauß als Dankeschön für seinen 15-jährigen Einsatz, der in diesem Jahr zu Ende ging.

Das Bühnendesign symbolisierte die Vorderansicht eines Wikingerschiffes, der Bühnenboden zeigte das Eurovisions-Logo der EBU.

Lydia Capolicchio, Tochter eines italienischen Vaters und einer slowenischen Mutter, war zunächst Journalistin bei verschiedenen Zeitungen, bevor sie als Reporterin und Moderatorin zum Fernsehen wechselte. Seit der Jahrtausendwende ist sie hauptsächlich für Messen und Tagungen tätig.

Harald Treutiger ist ein Fernsehmoderator, der auch schwedische Vorentscheidungen moderierte. Seit 1997 war er der erste Moderator einer Realityshow im schwedischen Fermnsehen 

FAZIT

Serafin sang für Spanien „Alles ist nur Musik“ („Todo esto es la musica“), aber nicht für die jugoslawische Sängerin Extra Nena, die angesichts der politischen Situation ihres Landes nicht so recht Kontakt zu den anderen Mitwirkenden fand. Der Titel Jugoslawiens, das aufgrund seiner bis Ende Juni 1992 bestehenden EBU-Mitgliedschaft noch teilnahmeberechtigt war, wurde intern als serbischer Beitrag deklariert.

Dafna aus Israel eroberte den sechsten Rang mit südamerikanischen Rhythmen, anders als die Vertreterin Griechenlands, Cleopatra. Sie setzte auf die Musikkultur Griechenlands, ein kluger Zug, wie sich herausstellte. Ihr Beitrag „Olou tou kosmou i elpida“ landete auf dem fünften Rang, ein Ergebnis, das nur 1977 erzielt wurde und seitdem die beste Platzierung der Hellenen gewesen war.

Deutschland war seit längerer Zeit von besseren Resultaten entwöhnt, da diese in den letzen Jahren nicht mehr erzielt wurden. Auch die reformierte Gruppe Wind konnte ihren zweiten Platz von 1985 und 1987 nicht verteidigen. Mit Platz 16 setzte sich die Erfolglosigkeit der germanischen Vertreter der letzten Jahre fort.

Die Österreicher ließen sich von Tony Wegas vertreten, einem gebürtigen Ungarn. Dieter Bohlen schrieb zum zweiten Mal die Musik für einen österreichischen Titel, er musste aber viele Vorwürfe der österreichischen Presse im Kauf nehmen: Er würde sich von seinem Titel distanzieren und er würde seine Teamkollegen weitgehend ignorieren. Tony Wegas wurde Zehnter. Bohlen verwendete den Titel 2003 für seine Single „We Have A Dream“, gesungen von allen Teilnehmern der ersten Staffel von DSDS, die ein Nummer-Eins-Hit wurde.

Für die Schweiz sollte ursprünglich Géraldine Olivier ins Rennen gehen. Ihr Titel „Soleil, Soleil“ wurde aber nachträglich disqualifiziert, weil die Anmeldefrist nicht eingehalten worden war. Daisy Auvray bekam damit den Zuschlag, nach Malmö zu fahren, aber ihr Titel „Mister Music Man“ landete nur auf Platz 15.

Hinter dem Namen Heart 2 Heart verbarg sich das Duo Stjornin, das Island beim Song Contest 1990 in Zagreb den vierten Rang beschert hatte. Der diesjährige Titel „Nei eda já“ spiegelte die skandinavische Fröhlichkeit wider und wurde mit dem siebten Platz belohnt, eine Platzierung, von der der in Frankreich lebende Schwede Christer Björkman nur träumen konnte. Sein Heimvorteil nutzte ihm wenig. Vorletzter im eigenen Land zu werden, ist nicht gerade berauschend. Björkman blieb dennoch dem ESC treu und wurde später der Verantwortliche für das Melodifestivalen, die schwedische Vorentscheidung, und wirkte auch an entscheidender Stelle bei der Organisation verschiedener ESC, z.B. Kiew 2017, mit.

Härter traf es den Finnen Pave, der seinen letzen Platz wie folgt kommentierte: „Yamma – Yamma“.

Gewonnen hat nicht Evridiki aus Zypern, die zarteste Versuchung, seit es den ESC gibt, nicht Mary Spiteri aus Malta und auch nicht Mia Martini, die nach 1977 zum zweiten Mal für Italien ins Rennen ging – und diesmal wesentlich erfolgreicher war als damals. Ihr Titel „Rapsodia“ bezog sich auf das Altwerden und das Leben mit Erinnerungen, aber auch auf das Vorausschauen in die Zukunft. Sie belegte den vierten Platz. Zwei Jahre später verstarb diese großartige Künstlerin an Herzversagen.

Michael Ball absolvierte mit Bravour seinen Auftritt und wurde Zweiter. Denn vor ihm stand Linda Martin aus Irland, die schon 1984 auf sich aufmerksam machte, als sie in Luxemburg mit dem Johnny Logan – Song „Terminal 3“ knapp Zweite wurde. Ihr damaliger Komponist und zweifacher ESC-Gewinner setzte die Zusammenarbeit mit ihr fort, und 1992 konnte er einen weiteren Höhepunkt in seiner Karriere feiern, und zwar als Komponist. Mit dem Sieg von Linda Martin begann für die grüne Insel eine glorreiche Geschichte. Denn dieser Sieg war der erste von insgesamt vieren, die in den 1990er Jahren erzielt wurden.

 DIE TEILNEHMENDEN

1.
Spanien
Serafin
„Todo esto es la musica“
M.: Alfredo Valbuena,
L. Miguelez
T.: Luis Miguelez
D.: Javier Losada
2.
Belgien

Morgane „Nous on veut des violons“
M.: Claude Barzotti
T.: Anne-Marie Gaspard
D.: Frank Fiévez
3.
Israel

Dafna ”Ze rak sport“
M.: Kobi Oshrat
T.: Ehud Manor
D.: Kobi Oshrat
4.
Türkei

Aylin Vatankos „Yaz bitti“
M.: Aldogan Simsekyay
T.: Aylin Ucanlar
D.: Aydin Özari
5.
Griechenland
Cleopatra „Olou tou kosmou i elpida“
M. & T.:
Christos Lagos
D.: Haris Andreadis
6.
Frankreich

Kali „Monté la rivié“
M.: Kali
T.: Rémi Bellenchombre
D.: Magdi Vasco Novarrez
7. Schweden Christer Björkman „I morgon är en annan dag“M. & T.:
Niklas Strömstedt
D.: Anders Berglund
8. Portugal Dina "Amor d'agua fresca"M.: Dina
T.: Rosa Lobato de Faria
D.: Carlos Alberto Moniz
9.
Zypern

Evridiki "Teriazoume"
M. & T.:
George Theophanos
D.: George Theophanos
10.
Malta

Mary Spiteri "Little Child"

M.: Georgina Abela
T.: Raymond Mahoney
D.: Paul Abela
11.
Island

Heart 2 Heart „Nei eda já“
M.: Fridrik Karlsson,
Gretar Örvasson
T.: Stefan Hilmarsson
D.: Nigel Wright
12. Finnland

Pave "Yamma-yamma"
M.: Pave
T.: Hector
D.: Olli Ahvenlahti
13.
Schweiz

Daisy Auvray "Mr. Music Man"
M. & T.:
Gordon Dent
D.: Roby Seidel
14.
Luxemburg

Marion Welter „Sou fräi“
M.: Jang Linster
T.: Ab van Goor
D.: Christian Jacob
15. Österreich

Tony Wegas "Zusammen geh'n"
M.: Dieter Bohlen
T.: Joachim Horn-Bernges
D.: Leon Ives
16.
Ver. Königreich

Michael Ball "One Step Out of Time"
M. & T.:
Tony Ryan,
Paul Davies,
Victor Stratton
D.: Ronnie Hazlehurst
17. Irland

Linda Martin "Why Me?"
M. & T.:
Johnny Logan
D.: Noel Kelehan
18.

Dänemark

Lotte Nilsson &
Kenny Lübcke "Alt det som inger ser"
M. & T.:
Carsten Warming
D.: Hendrik Krogsgaard
19.

Italien

Mia Martini "Rapsodia"
M.: Giuseppe Dati
T.: Giancarlo Bigazzi
D.: Marco Falangiani
20. Jugoslawien

Extra Nena „Ljubim te pesmama“
M.: Rade Radivojevic
T.: Gale Jankovic
D.: Anders Berglund
21. Norwegen

Merethe Trøan „Visjoner“
M.: Robert Morley
T.: Eva Jansen
D.: Rolf Løvland
22. Deutschland

Wind "Träume sind für alle da"
M.: Ralph Siegel
T.: Bernd Meinunger
D.: Norbert Daum
23. Niederlande

Humphrey Campbell "Wijs me de weg"
M. & T.:
Edwin Schimscheimer
D.: Harry van Hoof

DIE WERTUNG