Halle

Point Theatre

Moderation

Mary Kennedy

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1

Teilnehmer

23 Länder

Sieger

Norwegen

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
5. Norwegen
Norwegen Secret Garden Nocturne
148 1.
9. Spanien
Spanien Anabel Conde Vuelve conmigo
119 2.
18. Schweden
Schweden Jan Johansen Se på mej
100 3.
12. Frankreich
Frankreich Nathalie Santamaria Il me donne rendez-vous
94 4.
19. Dänemark
Dänemark Aud Wilken Fra Mols til Skagen
92 5.
11. Kroatien
Kroatien Magazin & Lidija Nostalgija
91 6.
20. Slowenien
Slowenien Darja Švajger Prisluhni mi
84 7.
21. Israel
Israel Liora Amen
81 8.
17. Zypern
Zypern Alex Panayi Sti fotia
79 9.
15. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Love City Groove Love City Groove
76 10.
23. Griechenland
Griechenland Elina Konstantopoulou Pia prosefhi
68 12.
8. Österreich
Österreich Stella Jones Die Welt dreht sich verkehrt
67 13.
2. Irland
Irland Eddie Friel Dreamin
44 14.
7. Island
Island Bo Halldórsson Núna
31 15.
10. Türkei
Türkei Arzu Ece Sev!
21 16.
6. Russland
Russland Philipp Kirkorov Kolybelnaya dlya vulkana
17 17.
1. Polen
Polen Justyna Sama
15 18.
Bosnien & Herzegowina Davor Popović Dvadeset i prvi vijek
14 19.
14. Belgien
Belgien Frédéric Etherlinck La voix est libre
8 20.
16. Portugal
Portugal Tó Cruz Baunhila e chocolate
5 21.
13. Ungarn
Ungarn Csaba Szigeti Uj név régi ház falán
3 22.
3. Deutschland
Deutschland Stone & Stone Verliebt in Dich
1 23.
22. Malta
Malta Mike Spiteri Keep Me In Mind
22 76.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN  

Bis auf das Bühnenbild und die Moderatorin blieb alles andere gleich wie im vorigen Jahr. Irland war das Austragungsland, das irische Fernsehen mit der Hilfe unzähliger Sponsoren der zuständige Sender und das Point Theatre der Ort des Geschehens. Erfahrungen hatten die Organisatoren also bereits reichlich sammeln können und so ging der 40. Song Contest über die Bühne. Deutschland war nach dem Aussetzen Belgiens und der Schweiz – beide durch das im 1993 eingeführte Reglement betroffen – das einzige Land, das seit dem ersten Wettbewerb 1956 ununterbrochen dabei gewesen war. 40 Jahre ESC, Grund genug für einen kleinen Rückblick zu Beginn der Sendung, der vom Publikum dementsprechend bejubelt wurde.

Die EBU hatte die Teilnehmerzahl auf 23 begrenzt, damit der Contest nicht länger als drei Stunden dauerte. Alle Länder, die 1994 hatten aussetzen müssen, kamen zurück: Türkei, Slowenien, Israel, Dänemark und Belgien. Die letzten sieben Länder aus dem Vorjahr mussten aussetzen: Litauen, Estland, Niederlande, Finnland, Rumänien, Slowakische Republik und die Schweiz.

Für die Fernsehmoderatorin Mary Kennedy ging ein Traum in Erfüllung, einmal den Song Contest zu moderieren, und sie meisterte ihre Aufgabe mit Bravour. Sie war Fernsehansagerin bei RTÉ und wechselte dann in die Nachrichtenredaktion. 1997 hatte sie eine Talkshow unter ihrem Namen „Kennedy“, von 1998 bis 2003 moderierte sei ein Nachmittagsmagazin uns ab 2004 das Nachrichtenmagazin „Nationwide“.

FAZIT

Unerfreuliches ereignete sich zwei Wochen vor dem ESC, als dem Beitrag des Gastgebers  „Dreamin’“ eine Disqualifikation drohte, die auf jeden Fall bei einem möglichen Sieg in Kraft getreten wäre. Der Titel erinnerte sehr stark an den von Julie Felix gesungenen Song „Moonlight“ aus dem Jahr 1973. Eddie Friel war der erste irische Interpret, der aus Nordirland stammte. 

Justyna aus Polen hätte gerne die Platzierung ihrer Vorgängerin Edyta Gorniak egalisiert, aber ihr Titel „Sama“ war so gewöhnungsbedürftig, wenn auch etwas ganz Neues, so dass sie nur Achtzehnte wurde, direkt vor Bosnien & Herzegowina, das sich von Davor Popovic vertreten ließ, der auf eine 30-jährige musikalische Karriere zurückblicken konnte, welche mit der Gründung der ersten jugoslawischen Rock ’n‘ Roll-Band im Jahr 1964 begonnen hatte. Philipp Kirkorow fiel zwar wegen seines außergewöhnliches Make–Ups auf, konnte aber mit dem Song „Kobelnaya dlya vulkana“ nicht überzeugen.

Die Türkin Arzu Ece hatte den Effekt einer Barbiepuppe, aber sie brachte auch die nötige ESC-Erfahrung mit: 1989 in Lausanne war sie Mitglied der Gruppe Pan, die für die Türkei ins Rennen ging. Das von Melih Kibar komponierte Lied über die Liebe, „Sev“, machte einen netten Eindruck, blieb aber ohne Höhepunkte. Sie landete auf dem sechzehnten Rang.

Der griechische Beitrag „Pia prosefhi“ hörte sich sehr geheimnisvoll an, im Gegensatz zu der pop-jazzigen Nummer der Österreicherin Stella Jones „Die Welt dreht sich verkehrt“, die nach einer Reihe von Balladen endlich das Publikum „Aufwecken“ konnte. Die Juroren ignorierten sie, wie auch den britischen Titel „Love City Groove“, den modernsten Song im Hip-Hop-Stil: für den Song Contest doch zu gewagt und wenig eingängig.

Ignoriert wurde von fast allen Ländern auch das singende Ehepaar aus Deutschland Stone & Stone. Für den misslungenen Auftritt gab es einen einzigen Punkt aus Malta. Dabei gab es Lieder, wie das aus Ungarn oder auch Portugal, die weit schlimmer waren als „Verliebt in dich“. Und singen konnten sie auch nicht besser als Cheyenne Stone, die allerdings sehr nervös war. Letzter Platz hieß laut Reglement eine Zwangspause von einem Jahr.

Die Skandinavier demonstrierten im Bunde, wie man zum Erfolg kommen konnte. Die Dänin Aud Wilken  beschwerte sich auf eigenartige Art, dass sie den Mann ihrer Träume nicht so oft sehen konnte, weil zwischen Mols (dem südlichsten Punkt Dänemarks) und Skagen (dem nördlichsten Punkt des Landes) zu viel Schnee lag. Die Lyrik war schon mal außergewöhnlich, Liebe mit Hindernissen anderer Art. Das Ganze geschah unter den melancholischen und weichen Tönen eines Banjo. Sie wurde Fünfte.

Der Schwede Jan Johansen, als großer Favorit gehandelt, sang eine wunderschöne Ballade, eine Mischung aus  Romantik à la Eros Ramazotti und nordischer Kühlheit. Monatelang hielt er mit seinem Beitrag „Se på mig“ (Schau mich an)“ die Spitze der Charts in Schweden. Er wurde nur Dritter. Auf dem zweiten Platz landete die 20-jährige Anabel Conde für Spanien. 2000 versuchte sie erneut, Spanien in Stockholm zu vertreten, sie wurde aber mit dem Titel „Ni colores, ni fronteras“ nur Vierte in der Vorentscheidung. 

Gesiegt hat eine Formation aus Norwegen, die von Rolf Løvland ins Leben gerufen worden war: Secret Garden. Løvland führte schon 1985 die Norweger zum Sieg. Dieses Jahr tat er es wieder, in Begleitung von Fionnuala Sherry, einer Geigerin des RTE-Orchesters. 1993 lernten sie sich beim Song Contest in Millstreet kennen, und aus dieser Bekanntschaft entstand Secret Garden. Der norwegische Beitrag „Nocturne“ hatte gerade nur 25 Worte, der Rest des Liedes war instrumental. Darum war es schwer, die Chancen so eines Stückes einzuschätzen. Dabei musste eigentlich klar sein, dass die Mischung aus irischen und norwegischen Klängen sehr gut ankommen würde. Rolf Løvland schenkte seiner Heimat den zweiten Sieg, wenn auch mit Verstärkung aus der erfolgreichsten Nation des Song Contests.

 DIE TEILNEHMENDEN

1.

Polen
Justyna "Sama"
M.: Mateusz Pospieszalski,
Wojciech Waglewski
T.: W. Waglewski
D.: Noel Kelehan
2.

Irland

Eddie Friel „Dreamin’“
M. & T.:
Richard Abott,
Barry Woods
D.: Noel Kelehan
3.

Deutschland

Stone & Stone ”Verliebt in DIch"
M. & T.:
Cheyenne Stone
D.: Hermann Weindorf
4.
Bosnien & Herzegowina

Davor Popović „Dvadeset i prvi vijek“
M.: Zlatan Fazlić ,
Sinan Alimanović
T.: Zlatan Fazlić
D.: Sinan Alimanović
5.

Norwegen Secret Garden „Nocturne“
M.: Rolf Løvland
T.: Petter Skavlan
D.: Geir Langslet
6.

Russland

Philipp Kirkorov "Kolybelnaya dlya
vulkana"
M.: Ilya Reznyk
T.: Ilya Bershadsky
D.: Michael Finberg Novarrez
7.
Island Bo Haldórsson „Núna“
M.: Bo Halldórsson,
Ed Welch
T.: Jón Orr Marinósson
D.: Frank McNamara
8.
Österreich Stella Jones „Die Welt dreht
sich verkehrt“
M. & T.:
Mischa Krausz
D.: Michael F. Kienzl
9.

Spanien

Anabel Conde "Vuelve conmigo"
M. & T.:
José Maria Purón
D.: Eduardo Leiva
10.

Türkei

Arzu Ece „Sev!„

M.: Melih Kibar
T.: Zeynep Talu
D.: Melih Kibar
11.

Kroatien

Magazin & Lidija „Noastalgija“
M.: Tonci Huljcić
T.: Vjekoslava Huljcić
D.: Stipica Kalogjera
12.

Frankreich

Natalie Santamaria "Il me donne
rendez-vous"
M.: François Bernheim
T.: Didier Barbelivien
D.: Michel Bernholc
13.

Ungarn

Csaba Szigeti
"Uj név régi ház falán"
M.: Fernec Balázs
T.: Attila Horváth
14.

Belgien

Frédérik Etherlinck „La voix est libre“
M. & T.:
Pierre Theunis
D.: Alec Mansion
15.Ver. Königreich

Love City Groove
„Love City Groove“
M. & T.:
Paul Hardy,
Stephen Rudden,
Tatsiana Mais,
Jay Williams
D.: Mike Dixon
16.

Portugal

Tó Cruz „Baunhila e chocolate“
M.: Antonio Vitorino
de Almeida
T.: Rosa Lobato de Faria
D.: Thilo Krasmann
17.Zypern

Alex Panayi "Sti fotia"
M. & T.:
Alex Panayi
D.: George Theophanos
18.
Schweden

Jan Johansen "Se på mej"
M.: Håkan Almqvist,
Bobby Ljunggren
T.: Ingela „Pling“ Forsman
D.: Anders Berglund
19.

Dänemark

Aud Wilken „Fra Mols til Skagen“
M.: Mette Mathiesen,
Lise Cabble
T.: Lise Cabble
D.: Frede Ewert
20.Slowenien

Darja Švajger „Prisluhni mi“
M.: Primoz Peterca
T.: Primoz Peterca,
Sasa Fajon
D.: Jose Privsek
21. Israel

Liora „Amen“
M.: Moshe Datz
T.: Hamutal Ben Zeev
D.: Gadi Goldman
22. Malta

Mike Spiteri „Keep Me In Mind“
M.: Ray Agius
T.: Alfred Sant
D.: Ray Agius
23. Griechenland

Elina Konstantopoulou „Pia prosefhi“
M.: Nikos Terzis
T.: Antonis Pappas
D.: Haris Andreadis

DIE WERTUNG