Halle

Point Theatre

Moderation

Carrie Crowley & Ronan Keating

Wertung

11 Juror*innen pro Land bewerten jedes Lied, die ersten zehn Titel bekommen die Punkte 12-10-8-7…3-2-1 Televoting wird stattdessen erlaubt

Teilnehmer

25 Länder

Sieger

Vereinigtes Königreich

PLATZIERUNGEN UND PUNKTE

Finale
15. Portugal
Portugal Celia Lawson Antes do adeus
15 0.
24. Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Königreich Katrina & The Waves Love Shine a Light
227 1.
5. Irland
Irland Marc Roberts Mysterious Woman
157 2.
2. Türkei
Türkei Şebnem Paker & Group Ethnic Dinle
121 3.
9. Italien
Italien Jalisse Fiumi di parole
114 4.
1. Zypern
Zypern Hará & Andréas Konstantinou Mána mou
98 5.
8. Niederlande
Niederlande Mrs Einstein Niemand heeft nog tijd
8 5.
10. Spanien
Spanien Marcos Llunas Sin rencor
96 6.
22. Frankreich
Frankreich Fanny Sentiments songes
95 7.
13. Estland
Estland Maarja-Liis Ilus Keelatud maa
82 8.
18. Malta
Malta Debbie Scerri Let Me Fly
66 9.
6. Slowenien
Slowenien Tanja Ribič Zbudi se
60 10.
12. Polen
Polen Anna Maria Jopek Ale jestem
54 11.
17. Griechenland
Griechenland Marianna Zorba Horepse
39 12.
16. Schweden
Schweden Blond Bara hon älskar mig
36 14.
20. Russland
Russland Alla Pugacheva Primadonna
33 15.
21. Dänemark
Dänemark Koelig Kaj Stemmen i mit liv
25 16.
23. Kroatien
Kroatien ENI Probudi me
24 17.
11. Deutschland
Deutschland Bianca Shomburg Zeit
22 18.
25. Island
Island Paul Oscar Minn hinsti dans
18 20.
4. Österreich
Österreich Bettina Soriat One Step
12 21.
Bosnien & Herzegowina Alma Čardžić Goodbye
14 22.
7. Schweiz
Schweiz Barbara Berta Dentro di me
5 22.
3. Norwegen
Norwegen Tor Endresen San Francisco
0 24.
19. Ungarn
Ungarn V.I.P. Miert kell, hogy elmenj?
19 39.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Viele Künstler schafften es zwar, mit ihrem ESC-Beitrag im eigenen Land Erfolg zu haben, nicht jedoch auf dem europäischen Musikmarkt. Bis auf Gina G und Edyta Gorniak  ist es keinem weiteren Interpreten der 1990er Jahre gelungen, die Teilnahme beim Song Contest entsprechend zu vermarkten. Die Bemühungen vieler Nationen, sich mit guter Musik zu präsentieren, scheiterten an dem mangelhaften Interesse der Medien, und die Beteiligung der ehemaligen Ostblockländer brachte auch nicht viel Neues. Viele Lieder aus diesen Regionen besaßen zwar eine eigene Besonderheit, sie waren jedoch weit davon entfernt, die europäische Musikszene neu zu gestalten bzw. zu revolutionieren. Die Zukunft des Wettbewerbs schien ungewiss.

Die EBU führte einige Veränderungen ein, in der Hoffnung, dass der Wettbewerb wieder an Qualität gewinnt. Die Jurys existierten zwar noch immer, aber das Televoting sollte sie in den kommenden Jahren ersetzen. Denn die Fernsehzuschauer durften endlich per TED über Sieg und Niederlage bestimmen. Österreich, Deutschland, die Schweiz, Schweden und das Vereinigte Königreich machten sofort Gebrauch von den neuen Möglichkeiten, alle andere Nationen begannen ein Jahr später damit.

Ein Qualifikationsverfahren wurde auch festgelegt: Alle Länder kamen in eine Rangliste, die durch die gesamte Punktzahl jedes Landes binnen der letzten fünf Jahre berechnet wurde. Das Siegerland plus die fünf stärksten europäischen Nationen (Deutschland, UK, Italien, Spanien & Frankreich) sollten immer gesetzt sein. Das restliche Teilnehmerfeld, das eigentlich nur aus 23 Teilnehmern bestehen sollte, wurde von dem eingeführten Ranking ausgefüllt. Außerdem war der Einsatz des Orchesters nicht mehr verpflichtend. 

Mit  Hilfe zahlreicher Sponsoren wollte das irische Fernsehen bei der Auferstehung der Veranstaltung helfen. Zu Beginn der Liveübertragung sendeten ehemalige ESC-Künstler, unter anderem die beiden Herren von ABBA, Johnny Logan und Céline Dion ihre Glückwünsche an die 25 Delegationen, die sich in Dublin der Konkurrenz stellten.

Das Bühnendesign im Point Theatre, in dem der Contest erneut ausgetragen wurde,  war sehr modern gestaltet, u.a.mit hängenden Monitoren.

Die Moderation übernahmen 

Carrie Crowley

und  

Ronan Keatin

g, Sänger der erfolgreichen irischen Band Boyzone und Idol von Millionen Teenies. Solche Persönlichkeiten waren notwendig für den Contest.

Carrie Crowley war zunächst Radiosprecherin, bevor sie in den 1990er Jahren ins Schauspiel wechselte. SIe moderierte aber weiter im irischen Fernsehen, u.a. eine Kindersendung und eine abendliche Talkshow. Seit 2008 wirkte sie in Fersehfilmen und -serien mit.

Ronan Keating war seit 1993 Mitglied der Gruppe „Boyzone“. 1999  startete er seine Solokarriere. Von 2010- 2014 war er Mentor beim australischen „X Factor“. 2016 erschien ein Album und seitdem war er Coach bei „The Voice Australia“.

FAZIT

Den Auftakt machten die Zyprioten. Der Beitrag „Mana mou“ war eine Angelegenheit der Familie Konstantinou. Die älteste Schwester Konstantina, selbst ESC–Teilnehmerin 1983 in München, schrieb die Musik und den Text des Liedes. Ihre beiden jüngsten Geschwister Hara und Andreas standen als Interpreten auf der Bühne. Nach anfänglichen Problemen während der Probewoche konnten sie sich im Finale richtig steigern und holten mit dem fünften Platz  wie Anna Vissi 1982 das beste Ergebnis für die Insel. 

Die Türkei, seit 1975 dabei, konnte bis dahin nie solch eine hohe Platzierung erreichen. Die Vorjahresvertreterin Sebnem Paker startete zum zweiten Mal für das Land. Ihr „Dinle“ bekam viel Applaus und genauso viele Punkte, die ihr einen hervorragenden dritten Platz bescherten. Selbst Griechenland hatte nach fast 20 Jahren gemeinsamer Teilnahmen endlich einige Punkte übrig für einen türkischen Beitrag. Sebnem selbst wurde in ihrem Land als die Siegerin gefeiert.

Ein Wiedersehen gab es auch mit Maarja-Liis Iluus aus Estland, die bereits 1996 für das kleine Land im baltischen Meer ins Rennen ging und Fünfte wurde. Diesmal reichte es für den Titel „Keelatud maa“ nur zum achten Rang.

Weiter ging es mit Tor Endresen aus Norwegen, der Jahre lang versucht hatte, sein Land beim Song Contest zu vertreten, jedoch ohne Erfolg. 1997 war es aber soweit, er konnte trotzdem den Erwartungen seiner Landsleute nicht gerecht werden und unterbrach mit einer Nullrunde die gute Serie der norwegischen Teilnehmer in den 1990er Jahren.

Bettina Soriat aus Österreich konnte auch nicht überzeugen, ebenso wenig Barbara Berta aus der Schweiz, Mrs. Einstein aus den Niederlanden und Bianca Shomburg aus Deutschland. Alle drei Länder waren nach Ende der Wertung im hinteren Feld zu finden.

Italien machte „versehentlich“ wieder mit, denn das italienische Fernsehen verschlief den Absagetermin bei der EBU, und nun drohte eine hohe Geldstrafe. Desto größer war die Überraschung der Sieger des SanRemo-Festivals, als sie kurzfristig erfuhren, dass sie am Song Contest teilnehmen können. Die Gruppe Jalisse trat mit dem SanRemo–Siegertitel „Fiumi di parole“ auf. Mit dem vierten Platz konnte man zufrieden sein, wenn man bedenkt, dass das Gesangduo aus Italien kaum die Zeit hatte, ein neues Arrangement für sein Lied zu fertigen.

Die britische Formation Katrina And The Waves hatte bereits 1985 mit dem Titel „Walking On Sunshine“ einen Welthit gehabt. Die Teilnahme beim Song Contest sollte ihnen zum Comeback verhelfen, was schließlich auch gelungen ist. Mit dem hitverdächtigen Song „Love Shine A Light“ holten sie den fünften Sieg für das Vereinigte Königreich und waren damit in vielen europäischen Charts vertreten. In Deutschland kam der Titel bis auf Platz 60, in Großbritannien reichte es „nur“ bis Platz 3. der britischen Charts. Die Reformen der EBU hatten sich positiv ausgewirkt, und man konnte endlich aufatmen.

Obwohl Katrina die einzige Künstlerin dieser Veranstaltung war, die eine internationale Karriere vorzuweisen hatte, stand der Song Contest unter dem Zeichen einer anderen Interpretin: Alla Pugacheva aus Russland: Die 48-jährige Moskauerin galt seit über 20 Jahren als die Tina Turner Russlands, und sie war so erfolgreich wie kein anderer Künstler ihres Landes. Es war also selbstverständlich, dass die russische „Prima Donna“ (so der Titel des Liedes) um den Sieg kämpfen würde. Man sollte jedoch den Tag nicht vor dem Abend loben. A. Pugacheva schaffte es zwar, ihre Gesangsqualität unter Beweis zu stellen, ihr Auftritt war jedoch nicht so professionell wie erwartet, eher enttäuschend und peinlich. So kam es, dass die erste Diva des Abends  – und als sichere ESC-Siegerin schon gefeiert – ganz abgeschlagen auf dem 15. Rang landete. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte dem Star des Abends klar werden müssen, dass der Song Contest seine eigenen Regeln hat und dass Namen eigentlich unwichtig sind. In drei Minuten muss eben alles perfekt sitzen, um siegen zu können. Das war bei A. Pugacheva nicht der Fall, obwohl sie sich als  ermeintliche sichere Siegerin mit einer Limousine von Flughafen hate abholen lassen.

Den krönenden Abschluss des Abends lieferte der isländische Sänger Paul Oscar, einer der populärsten Künstler seines kleinen Landes. Umgeben von  fünf Tänzerinnen, ließ er auf einem  Ledersofa die Vergangenheit einer berühmten Diva, die mittlerweile in Vergessenheit geraten war, Revue passieren. Sein Titel „Minn hinsti dans“ (Mein letzter Tanz) fand nur beim Televoting viele Anhänger. Die Juroren in den restlichen Ländern empfanden wohl diesen Auftritt als ziemlich gewagt bis anstößig, um ihn entsprechend mit Punkten zu belohnen. Nur Platz 20 für das modernste Lied der Veranstaltung.

 DIE TEILNEHMENDEN

1.

Zypern Hará & Andréas
Konstantinou
"Mána mou"
M. & T.:
Hára & Andréas
Konstantinou
D.: Stavros Lantsias
2.

Türkei

Şebnem Paker &
Group Ethnic
„Dinle“
M.: Levent Çoker
T.: Mehtap Alnitemiz
D.: Levent Çoker
3.

Norwegen

Tor Endresen ”San Francisco"
M.: Tor Endresen,
Arne Myksvoll
T.: Tor Endresen
D.: Geir Langslet
4.

Österreich

Bettina Soriat „One Step“
M. & T.:
Marc Berry,
Ina Siber
5.

Irland Marc Roberts „Mysterious Woman“
M. & T.:
John Farry
6.

Slowenien

Tanja Ribič "Zbudi se"
M.: Sasa Losič
T.: Zoran Predin
D.: Mojmir Sepe
7.
Schweiz Barbara Berta „Dentro di me“
M. & T.:
Barbara Berta
D.: Pietro Damiani
8.
Niederlande Mrs. Einstein „Niemand heeft nog tijd“
M. & T.:
Ed Hoojmans
D.: Dick Bakker
9.

Italien

Jalisse "Fiumi di parole"
M.: Fabio Ricci
T.: Carmen di Domenico,
Allessandra Drusian
D.: Lucio Fabbri
10.

Spanien

Marcos Llunas „SIn rencor“

M. & T.:
Marcos Llunas
D.: Toni Xucla
11.

Deutschland

Bianca Shomburg "Zeit"
M.: Ralph Siegel
T.: Bernd Meinunger
12.

Polen

Anna Maria Jopek "Ale jestem"
M.: Tomasz Lewandowski
T.: Magda Czapinska
D.: Krzesimir Debski
13.

Estland

Maarja-Liis Ilus
"Keelatud maa"
M.: Harmo Kallaste
T.: Kaari Sillamaa
D.: Tarmo Leinatamm
14.
Bosnien & Herzegowina

Alma Čardžić „Goodbye„
M.: Sinan Alimanović,
Milic Vukasinović
T.: Milic Vukasinović
D.: Sinan Alimanović
15.Portugal

Celia Lawson "Antes do adeus"
M.: Thilo Krasmann
T.: Rosa Lobato de Faria
D.: Thilo Krasmann
16.

Schweden

Blond „Bara hon älskar mig“
M. & T.:
Stefan Berg
D.: Curt-Eric Holmquist
17.Griechenland

Marianna Zorba "Horepse"
M. & T.:
Manolis Marousselis
D.: Anakreon Papageorgiu
18.
Malta

Debbie Scerri "Let Me Fly"
M. & T.:
Ray Agius
D.: Ray Agius
19.

Ungarn

V.I.P. „Miert kell, hogy elmenj?“
M.: Viktor Rakonczai,
Sandor Jozsa
T.: Kriszina Bohor Fekete,
Attila Környei
D.: Peter Wolf
20.Russland

Alla Pugacheva „Primadonna“
M. & T.
Alla Pugacheva
D.: Rutger Gunnarson
21.Dänemark

Koelig Kej „Stemmen i mit liv“
M.: Lars Pedersen
T.: Thomas Laegard
(Koelig Kay)
D.: Jan Glaesel
22.Frankreich

Fanny „Sentiments songes“
M & T.:
Jean Paul Dreau
D.: Regis Dupré
23. Kroatien

ENI „Probudi me“
M.: Davor Tolja
T.: Alida Sarar
24.
Ver. Königreich

Katrine & The Waves "Love Shine a Lighht"
M. & T.:
Kimberley Rew
D.: Don Airey
25.
Island

Paul Oscar „Minn hinsti dans“
M.: Trausti Haraldsson,
Paul Oscar
T.: Paul Oscar
D.: Szymon Kuran

DIE WERTUNG

(Die markierten Wertungen sind Televoting-Ergebnisse)